Ricola: Produzieren in der Schweiz, Verpacken...

Ricola: Produzieren in der Schweiz, Verpacken im Ausland?

Eine Bemerkung von Felix Richterich, Chef des Bonbon-Herstellers Ricola AG in Laufen BL, lässt aufhorchen.

Sie fiel in einem Interview in der Pendlerzeitung "20 Minuten" von gestern, 23. März. Gefragt, ob er nach der Aufhebung des Mindestkurses über eine Produktionsverlagerung ins Ausland nachdachte, sagte Richterich: "Wir produzieren alles in der Schweiz. Was wir teilweise machen, ist die Bonbons im Ausland zu verpacken. Ricola hat Verpackungshallen in Frankreich und den USA. Wir prüfen die Option, das Verpacken weiter ins Ausland zu verlagern."

Das ist aus Sicht von Ricola logisch. Die Kernkompetenz der Firma ist das Bonbon-Herstellen, nicht das Bonbon-Verpacken. Auch aus Konsumentensicht macht die Herstellung, nicht das Verpacken in der Schweiz die Bonbons zu einem Schweizer Produkt. Die Verpackungsverlagerung ins Ausland ist damit ohne Imageschaden für die Ricola-Kräuterbonbons möglich, eine Produktionsverlagerung wäre das nicht.

Swissness light

Für heimische Lieferanten von Verpackungsmaschinen und Packmitteln sind das keine erfreulichen Aussagen des Ricola-CEOs. Diese heisst im Klartext: Swissness light reicht uns. Auf einen Herkunftsbonus dürfen Zulieferer, die nicht als strategisch erachtet werden, nicht hoffen - selbst bei Markenikonen des Landes. JK

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