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Mopac in Nachlassstundung – Rote Zahlen trotz voller Auftragsbücher – Eurokurs bereitet Probleme - Exportquote von 50 Prozent

Die Verpackungsfirma Mopac Modern Packaging AG in Wasen im Emmental ist wegen des Eurokurses in wirtschaftlichen Schwierigkeiten geraten. Die Hausbank Credit Suisse hatte daraufhin letzte Woche den Rahmenkredit gekündigt. Die auf Tiefziehverpackungen spezialisierte Firma hat deshalb Antrag auf provisorische Nachlassstundung gestellt, dem das zuständige Gericht am Montag zustimmte. Jetzt kann bis 30. Juli nicht betrieben werden und hat Zeit, zusammen mit dem eingesetzten Sachwalter eine Lösung zu suchen. Mopac beschäftigt 230 Personen und hat für 2015 einen Umsatz von 30 Mio. Franken budgetiert.

Wie Verwaltungsratspräsident Peter Bratschi gegenüber der Tageszeitung Der Bund sagte, seien die Auftragsbücher voll. Doch die Exportquote betrage 50 Prozent, der der tiefe Euro habe die Firma daher in die roten Zahlen gezogen. Kurzfristige Preiserhöhungen sein nicht durchsetzbar und Entlassungen oder Kurzarbeit wegen der laufenden Aufträge keine Option. Erschwerend sei hinzugekommen, dass CEO Rainer Füchslin im Januar kurz nach der Frankenkursfreigabe erkrankt ist. Seitdem hat Bratschi zusammen mit dem Kader die operative Führung übernommen.

Jetzt soll die durch die Nachlassstundung erreichte Frist genutzt werden, um mit dem eingesetzten Sachwalter eine Lösung zu finden. Die Hausbank stellt während dieser Zeit Kredite für unmittelbar notwendige Ausgaben zur Verfügung, so dass die Mopac zum Beispiel Rohstoffe für die Produktion beziehen kann. Wird keine Lösung gefunden, droht der Konkurs. Die Nachlassstundung, die jetzt für vier Monate gewährt wurde, kann von den zuständigen Stellen gegebenenfalls auf 12 und in komplexen Fällen auf  24 Monate verlängert werden.

 

Bereits 2011 Lohnkürzung wegen Eurokurs

Es ist nicht das erste Mal, dass die Firma wegen des Eurokurses in Schwierigkeiten geraten ist. Im Jahre 2011 war Mopac in die Schlagzeilen geraten, weil die Firma die Löhne wegen des Eurokurses um 10 Prozent kürzte. (Pack aktuell berichtete). Die Gewerkschaft Unia hatte Mopac daraufhin verklagt und vor Gericht gebracht. Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen.

Bei der Lohnkürzung vor vier Jahren war von der Firmenleitung angekündigt worden, dass diese aufgehoben werde, sobald der Eurokurs .1.35 Franken erreiche oder ein Ebit von 4 Millionen Franken erwirtschaftet werde. Letzteres ist der Firma laut Bratschi seitdem nicht gelungen. Generell seien seit der Gründung der Firma im Jahre 2000 nie die Gewinne ausgeschüttet, sondern stets reinvestiert worden. Die Aktien der Mopac werden von einigen Privataktionären gehalten, darunter Bratschi und Füchslin. Die Mopac Modern Packaging übernahm bei ihrer Gründung im Jahr 2000 wesentliche Teile der Aktiven der  iqidierten Mopac AG, die ebenfalls Kunststoffverpackungen herstellte.

 

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