Metalldeckeldichtungen: Neue migrationarme Lö...

Metalldeckeldichtungen: Neue migrationarme Lösungen an der Interpack

Das Problem der Migration von Weichmachern aus Metalldeckeldichtungen vor allem von Nockendrehverschlüssen kommt einer Lösung deutlich näher. An der Interpack präsentierten die Actega DS GmbH, D-Bremem, die GLS Corporation und die Müller & Bauer GmbH & Co. KG, D-Metzingen, praktisch migrationsfreie Alternativen zu herkömmlichen PVC-Dichtungsmassen. Bei diesen heute üblichen PVC-Dichtungsmassen besteht dagegen die Gefahr, dass vor allem bei Kontakt mit fetthaltigen Füllgütern die verwendeten Weichmacher wie Esbo oder Phtalate ins Füllgut migrieren. Dabei wurden die gültigen Grenzwerte teils massiv überschritten, wie die zuständigen Behörden auch in der Schweiz wiederholt feststellten.

Das Problem ist seit langem bekannt, eine Lösung erwies sich aber als technisch schwierig (Pack aktuell berichtete). Die EU Kommission und in der Folge auch die zuständigen Schweizer Behörden hatte deshalb mehrfach Übergangsfristen gewährt, um der Industrie Zeit zur Entwicklung technischer Alternativen zu geben. Am 1. Juli endet nun wiederum eine Übergangsfrist, nach der bei den betroffenen Verpackungen eine Globalmigration von 300 Mikrogramm/Kilogramm toleriert wurde. Ab diesem Termin soll wieder der Standardwert für die Globalmigration von 60 Mikrogramm/Kilogramm auch für diese Verpackungen gelten. Eine Verlängerung dieses Termins war trotz mehrfacher Intervention der Industrie bei der EU nicht gewährt worden.

 

Vor diesem Hintergrund kommen die an der Interpack präsentierten Alternativen gerade recht. Sie basieren meist auf TPE und sind zum Teil sterilisierfähig. Sie erfordern aber andere Produktionsprozesse und sind noch nicht in ausreichenden Mengen verfügbar. Eine schnelle Umstellung auf diese Deckeldichtungen ist von daher technisch kaum möglich. Trotzdem ist eine Lösung der Migrationsprobleme vor allem bei fetthaltigen Lebensmittel in Verpackungen mit Nockendrehverschlüssen, wie etwa Twist-off-Deckeln, absehbar. Details zu den an der Interpack vorgestellten Lösungen stellt Pack aktuell im Rahmen der Interpack Nachberichte vor.

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