Laser-Tattoos auf Obst und Gemüse sind in der...

Laser-Tattoos auf Obst und Gemüse sind in der EU ab jetzt erlaubt

Laut der österreichischen Website krone.at dürfen seit 23. Juni in der EU Etiketten auf Obst und Gemüse durch Laser-Tattoos ersetzt werden. Die Technologie ist seit 2009 bekannt, war wegen des Einsatzes von Chemikalien aber bisher umstritten. Laut der neuen Verordnung in der EU dürfen seit 23. Juni Angaben zur Herkunft und dem Verkaufsort von Zitrusfrüchten, Melonen und Granatäpfeln aufgelasert werden. Auch das Aufbringen eines Strichcodes und anderer Informationen sei erlaubt. Die Technologie wurde vom spanischen Unternehmen Laser Food entwickelt. Neben Strichcodes und Text können mithilfe des Lasers auch Logos auf die Schale von Früchten und Gemüse gebrannt werden.

 

Das werde vor allem dem Kunden zugutekommen, so Laser Food. Schliesslich könne dieser so besser verfolgen, woher ein Produkt stammt. Gegenüber dem Handelsmagazin "The Grocer" sagte Jaime Sanfelix von Laser Food, derzeit würden lose Produkte aus Kartons genommen und quasi "anonym" weiterverkauft - das sei mit den Laser-Tattoos unmöglich. Zudem bringe die Technologie den Produzenten Ersparnisse und komme durch den Wegfall von Etiketten der Umwelt zugute. Auch Transport und Lagerung würden durch die Laser- Tattoos einfacher. Zulieferer sehen außerdem ganz neue Möglichkeiten für das Marketing, könnten doch künftig Firmen Logos und Werbebotschaften auf Obst und Gemüse drucken.

 

Die Kehrseite sind die für den Kontrast nötigen Chemikalien - die allerdings bereits in Lebensmitteln zum Einsatz kommen. Um die gelaserten Teile auf Obst und Gemüse besser sichtbar zu machen, werden zum Beispiel Eisenoxide und Eisenhydroxide benötigt. Es handelt sich um natürliche Mineralien, die für die Lebensmittelindustrie aber künstlich hergestellt werden und in verschiedenen Farben erhältlich sind. Schon jetzt sind sie unter der E-Nummer 172 in Lebensmitteln zu finden, etwa in Überzügen von Dragees oder Käserinden. Sie gelten als unbedenklich und werden vom Körper nicht absorbiert, sondern unverdaut ausgeschieden.

 

Ebenfalls eingesetzt wird Hydroxypropylmethylcellulose (E 464), eine chemisch hergestellte Mischung von Cellulosen. Sie dient als Verdickungsmittel, Emulgator und Füllstoff und ist etwa in Desserts, Mayonnaisen und Ketchup zu finden. Der Ballaststoff gilt als unbedenklich, kann aber in grösseren Mengen abführend wirken. Dazu kommen verschiedene Polysorbate, eine künstlich hergestellte Mischung aus Zuckeraustauschstoff und Fettsäuren, die vor allem in Eiscreme und Erfrischungsgetränken vorkommen. Auch sie gelten als unbedenklich, allerdings sind Allergien gegen Polysorbate bekannt.

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