Der deutsche
Verpackungskonzern Gerresheimer AG, der in der Schweiz mit dem
Produktionswerk Gerresheimer Küssnacht AG in Küssnacht a. R.
vertreten ist, trennt sich von seinem Geschäft mit
Borosilikat-Glasröhren. Der Verkauf sei Folge der
Unternehmensstrategie, sich auf Pharma-Verpackungen zu fokussieren.
Käufer ist die Corning Inc., ein US-amerikanischer Werkstoffkonzern
mit 10 Mrd. US-Dollar Umsatz und 35000 Mitarbeitenden.
Die
Glasröhren sind ein Vorprodukt, um Injektionsfläschchen, Ampullen,
Karpulen und Glasspritzen herzustellen. Gerresheimer und Corning
schliessen einen 10-Jahres-Liefervertrag für diese
Borosilikat-Glasröhren ab, um den Bedarf von Gerresheimer sicher zu
stellen. Zusätzlich gründen Gerresheimer und Corning ein
Entwicklungs-Joint-Venture für pharmazeutische Glasverpackungen.
Corning wird 75 Prozent der Anteile an dem Joint-Venture halten,
Gerresheimer 25 Prozent.
Mit
Abschluss der Transaktion wird Corning Eigentümer der beiden
Röhrenglas-Werke von Gerresheimer in Vineland, New Jersey, USA, und
Pisa, Italien, mit rund 300 Mitarbeitern. Im Weltmarkt der
pharmazeutischen Glasröhren ist Gerresheimer derzeit die Nummer
Zwei. Der Umsatz mit Glasröhren bei Gerresheimer betrug im
Geschäftsjahr 2014 rund 83 Mio. Euro. Die Ebitda-Marge in 2014 lag
bei den Glasröhren bei rund 23 Prozent. Der schuldenfreie
Verkaufspreis für das Röhrenglasgeschäft beträgt rund 196 Mio.
Euro. Der Abschluss der Transaktion wird gegen Ende 2015
erwartet.
Der
Ausblick von Gerresheimer für das Geschäftsjahr 2015 bleibt
unverändert, gemäss der Annahme, dass die Transaktion Ende 2015
abgeschlossen wird.
Über
Gerresheimer
Gerresheimer
produziert Verpackungen und Spezialprodukte aus Glas und Kunststoff
für die Pharma- und Healthcare-Industrie. Gerresheimer hat 11000
Mitarbeitern und über 40 Werken in Europa, Nord- und Süd-Amerika
und Asien. der Umsatz beträgt rund 1,3 Milliarden Euro.