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Turbulenzen auf den Kunststoffmärkten: Materialien knapp und teuer

Die Turbulenzen auf den europäischen Kunststoffmärkten treffen Kunststoffverarbeiter mit voller Wucht.

Kunststoffgranulat ist nicht in ausreichender Menge verfügbar und seine Preise sind seit Jahresbeginn immens gestiegen. Der Branchendienst „KI – Kunststoff Information“ (KI) mit Sitz in D-Bad Homburg berichtet von Produktionsengpässen bei Kunststoffen und deren Vorprodukten, die das Mengenangebot teilweise auf bis zu 50 Prozent des Normalniveaus reduzieren. In Europa ist die Lieferkette aktuell durch 13 Force Majeures, 11 Anlagenstörungen, 22 Drosselungen und 24 Wartungsstillstände beeinträchtigt.

Gleichzeitig fehlen Importe aus Asien, dem Nahen Osten sowie den USA. Da in Asien seit Monaten das Preisniveau der Kunststoffe deutlich über dem europäischen liegt, wurden die globalen Warenströme von Europa nach Asien umgelenkt. Infolge des verringerten Angebots bei gleichzeitig anziehender Nachfrage sind die Preise für Kunststoffgranulat in einem noch nie dagewesenen Tempo gestiegen. Aktuell kosten die Materialien je nach Sorte zwischen 20 und 50 Prozent mehr als zu Jahresbeginn. Dies stellt Kunststoffverarbeiter, die vielfach an langfristige Verträge mit ihren Kunden gebunden sind, vor grosse wirtschaftliche Schwierigkeiten. Selbst Preisgleitklauseln können aufgrund der Geschwindigkeit der Preissteigerungen die Probleme nur bedingt abfedern.

Durch die Versorgungsengpässe beim Material gerät auch die Produktion der der Kunststoffverarbeiter in Gefahr. Aus dem Bereich der Kunststoffverpackungen wird vereinzelt bereits von eingeschränkter Lieferfähigkeit berichtet. Besserung scheint nicht in Sicht. 70 Prozent der Kunststoffverarbeiter rechnen mit einer Normalisierung der Marktlage nicht vor dem dritten Quartal.

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