Sustainability Claims im Forum der Drehscheib...

Sustainability Claims im Forum der Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz

Am 26.

August 2021 fand das dritte Forum der Drehscheibe Kreislaufwirtschaft Schweiz zum Thema «Sustainability Claims» statt: Knapp 100 Personen waren dabei – sei es physisch im Kultur- und Kongresshaus in Aarau oder digital über den Livestream. Patrik Geisselhardt, Geschäftsführer von Swiss Recycling, betonte die Wichtigkeit des Themas: «Bei der Fülle an Informationen und Claims wissen Konsumentinnen und Konsumenten leider oft nicht mehr, was wirklich nachhaltig ist. Umso wichtiger ist es, dass diese Claims wahr und nicht irreführend sind.»

Geisselhardt eröffnete das Forum mit dem Claim: „Aarau, die nachhaltigste Stadt der Schweiz“. Wieso solche Sustainability Claims im leeren Raum stehen und man diverse Aspekte beachten muss, wird im Verlauf des Forums aufgezeigt. Zu Beginn wird die Fülle von Claims zur Kreislaufwirtschaft und anderen Nachhaltigkeitsthemen ausgeführt und kritisch hinterfragt.

Stephan Rösgen, Rechtsanwalt von Rösgen Consulting, gab Einblicke in die europäischen und rechtlichen Entwicklungen zu Green Claims. Es wurde erläutert, dass ein Claim substantiierbar sein muss. Das heisst, er muss verlässlich, vergleichbar und verifizierbar sein (3V’s). Rösgen erläuterte: „Alle Behauptungen müssen auf Beweisen beruhen, sobald eine Behauptung erhoben wird. Belege müssen sachlich und korrekt sein, das Verfahren, die wissenschaftliche Methode und die Kriterien nachvollziehbar und überprüfbar.“

Rahel Ostgen von Swiss Recycling stellte den Leitfaden Produktebeschriftung vor. Dieser gibt Inverkehrbringer Hilfestellung, wie ihre Produkte und Verpackung betreffend Entsorgungsweg korrekt zu kennzeichnen sind. Alle Piktogramme und der Leitfaden stehen kostenlos zum Download zur Verfügung: www.swissrecycling.ch/piktogramme

Jasmine Voide von Swiss Recycling präsentierte die Entwicklungen im Bereich Papier und Karton und betonte den Konflikt, dass „out-of-plastic and into paper“ nicht immer die nachhaltigste Variante ist. In der Themenplattform Papier und Karton der Drehscheibe wird aktiv an einer Lösung gearbeitet.

Patrik Geisselhardt, Geschäftsführer von Swiss Recycling, stellte die aktuellen Bestrebungen der ganzen Wertschöpfungskette innerhalb des Projekts „Sammlung 2025“ ein nationales, konsumentenfreundliches Sammelsystem für Kunststoff-Verpackungen und Getränkekartons auf die Beine zu stellen.

Liane Jehle von Redilo führte anschliessend in die Rezykat-Thematik ein. Rezyklat-Qualität-Standards sind nötig, um Einsatz von Rezyklat zu vereinfachen und zu erhöhen. Dazu befinden sich momentan vielversprechende Standards in der Entwicklung.

„Unverpackt ist nicht gleich besser!“, sagte Raymond Schelker von Redilo. Eine rezyklierbare Verpackung ist nicht unbedingt nachhaltiger, betonte Schelker weiter und wies darauf hin, dass es eine ganzheitliche Betrachtung von Umwelt- und Gesundheitsaspekten für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft braucht. Die Verpackung selbst trägt dabei durch z.B. Vermeidung von Food Waste und die Ermöglichung unseres Lebensstils aktiv zur Nachhaltigkeit bei.

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