Pro Carton Präsident Bittermann zur aktuellen...

Pro Carton Präsident Bittermann zur aktuellen Lage und mit einem Ausblick aufs zweite Semester

„Energiepreissteigerungen, höhere Rohstoff- und Logistikpreise, Arbeitskräftemangel und Inflation haben in den letzten zwei Jahren das Umfeld für uns alle geprägt“, sagt Horst Bittermann, Präsident von Pro Carton mit Hauptsitz in Zürich.

„Wir sind auch mit der Unsicherheit der EU-Gesetzgebung konfrontiert, die keine gute Grundlage für langfristige Investitionsentscheidungen bietet. Keiner dieser ungünstigen Faktoren hat uns daran gehindert, mit voller Kapazität zu produzieren, um die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Kartonverpackungen zu befriedigen. Bei den Frischfasern liess der Druck nach, da freie russische Mengen für andere europäische Märkte verfügbar wurden. Bei den Recyclingfasern mussten wir uns auf grössere Rückschläge einstellen.“

Im ersten Semester 2022 stellte zunächst Baden Karton, belastet durch beträchtliche Gaspreiserhöhungen, die Produktion ein, wodurch schätzungsweise 150.000 Tonnen WLC pro Jahr vom Markt genommen wurden, und in jüngster Zeit führte der Brand in der Recyclingkartonfabrik von RDM Blendecques zu einer vorübergehenden Einstellung der Produktion. RDM will jedoch in den nächsten drei Jahren die Produktionskapazität für GD-Karton um bis zu 200.000 t erweitern.

„Die zweite Jahreshälfte 2022 stellt uns vor ähnliche Herausforderungen, mit der zusätzlichen Komplikation einer steigenden Inflation“, so Bittermann weiter. „Es wird davon ausgegangen, dass sich dies durch Preiserhöhungen und eine geringere Kaufkraft der Konsumenten infolge sinkender Realeinkommen nachteilig auswirken wird. Dies wird sich wahrscheinlich darin äussern, dass weniger Luxusgüter und nicht lebensnotwendige Güter gekauft werden, da die Europäer mit einem noch nie dagewesenen Anstieg der Lebenshaltungskosten konfrontiert sind. Wie und in welchem Umfang sich dies auf unsere Branche auswirkt, bleibt abzuwarten.“

Der Krieg in der Ukraine, das Wiederaufleben der Covid-Infektionsraten und der Tsunami von EU-Vorschriften sorgen für weitere Unsicherheit auf dem Markt.

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