Neue FFI Blitzumfrage: Kunden sollten Bedarfe...

Neue FFI Blitzumfrage: Kunden sollten Bedarfe an Faltschachteln zukünftig realistischer planen

In seiner neuen FFI Blitzumfrage des Fachverbands Faltschachtel-Industrie e.

V. (FFI) mit Sitz in D-Frankfurt am Main gaben zwar knapp 90 % der teilnehmenden 40 Faltschachtelhersteller an, dass sich die Kommunikation in der Lieferkette gegenüber Vor-Corona-Zeiten deutlich verbessert hätte, allerdings trifft dies nicht auf alle Kunden gleichermassen zu. „Dabei ist gerade bei den Kunden aus Markenartikel-Industrie und Handel ein grundsätzliches Umdenken erforderlich“, wie Andreas Helbig, FFI Vorstandssprecher, feststellt. „Karton-Faltschachteln werden immer beliebter. So wie momentan vermuten wir auch für Post-Corona-Zeiten eine steigende Nachfrage nach recyclingfähigen und nachhaltigen Faltschachteln“, fügt Helbig hinzu. Dabei treffen die gegenwärtigen coronabedingten Nachfrage-Spitzen auf eine unter Voll-Last fahrende und in ihren Kapazitäten zurückgehende Versorgungsseite.

„Was wir daher brauchen, sind Planungssicherheit und Berechenbarkeit“, appelliert Helbig an die Kunden der Faltschachtel-Industrie. Es sei nicht zielführend, wenn aus Unsicherheit über die Belieferung mit Faltschachteln Kunden eine fiktive Nachfrage z.B. in Form von pauschalen Jahresvolumina an Verpackungen annoncieren. „Demgegenüber brauchen wir jetzt noch viel mehr eine offene Kommunikation zwischen Lieferanten, Verarbeitern und Kunden, um die Bedarfe an Faltschachteln und das Angebot an Karton wieder in einen besseren Ausgleich zu bringen und um die grundsätzliche Stabilität und Belastbarkeit der Lieferkette für Faltschachteln unter Beweis zu stellen“, fordert Helbig und folgert daraus: „Es liegt daher in der besonderen Verantwortung der Kunden, zur Entspannung der Situation ihre tatsächlichen Bedarfe an Verpackungen realistisch zu planen und sich dazu mit ihren Lieferanten auf der Basis von Vertrauen und Transparenz austauschen.

Nach der neuen Umfrage gaben nur 12,5 % der Umfrageteilnehmer an, dass sich im Bestandskunden-Geschäft die aktuellen Lieferzeiten für Frischfaserkarton im Vergleich zum Oktober 2021 nicht verändert hätten. Demgegenüber meldeten 77,5 % der Faltschachtelhersteller Verlängerungen zwischen vier bis 16 Wochen. Das gleiche Bild zeigt sich auf der Recyclingkarton-Seite. Ihre Entsprechung findet die Versorgungslage in der Entwicklung der Bezugspreise. So berichtet das Gros der Umfrage-Teilnehmer unabhängig von der Faserart von mindestens zweistelligen prozentualen Preiserhöhungen. Die Preissprünge lagen seit der letzten FFI Blitzumfrage, d.h. seit Oktober 2021 für Recyclingkarton bei bis zu 25 %, in Einzelfällen bei über 30 %. Bei Frischfaserkarton beliefen sich die Preiserhöhungen seitdem auf bis zu 25 %. Realisiert wurden die Erhöhungen in mehreren Schritten, von denen weitere angekündigt sind.

Vor diesem Hintergrund haben die temporären Rohstoff-Verknappungen für die Kartonhersteller – wie auch die vorgebrachten Energiepreis-Entwicklungen – und die gestiegene Nachfrage nach Faltschachteln und faserbasierten Verpackungen in vielen Regionen dieser Welt eine bedenkliche Entwicklung in Gang gesetzt. Dieser findet seinen Ausdruck in langen Lieferzeiten, erhöhten Preisen sowie Lieferbegrenzungen und zieht vermeintliche Sicherheitsmassnahmen wie noch frühere Bestellungen und höhere Bestellmengen entlang der gesamten Lieferkette nach sich. Dazu gehört auch der reflexartige Aufbau von Lagerbeständen, was durch die Angaben in der Blitzumfrage bestätigt wird.

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