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Mayr-Melnhof: Umsatz 2021 akquisitionsbedingt stark gestiegen – historisch einzigartige Kostensteigerungen können nur verzögert weitergegeben werden

Die MM Gruppe mit Sitz in Wien konnte das Geschäftsjahr 2021, das durch historisch einzigartige Kostensteigerungen insbesondere bei Energie, Altpapier und Zellstoff geprägt war, insgesamt erfolgreich abschliessen.

Der starke Druck auf die Margen wurde durch Preiserhöhungen, welche aufgrund vertraglicher Bindungen nur zeitversetzt umgesetzt werden konnten, sukzessive kompensiert. Die anhaltend starke Nachfrage nach Kartonverpackungen und Papieren und damit hohe Auslastung in beiden Divisionen bot dazu eine massgebliche Unterstützung.

Mit den Akquisitionen der Karton- und Papierwerke Kwidzyn in Polen und Kotkamills in Finnland sowie dem Verkauf der beiden kleineren Kartonwerke, D-Baiersbronn und D-Eerbeek, und dem Auf-Schiene-Bringen mehrerer Grossinvestitionen zur Steigerung von Effizienz, Innovation und Nachhaltigkeit war 2021 neben den operativen Herausforderungen ein Jahr bedeutender strategischer Transformationen bei MM. Grundlegende Zielsetzung ist es laut eigenen Angaben, durch verstärkte Wettbewerbsfähigkeit langfristiges Wachstum bei nachhaltigen faserbasierten Verpackungslösungen sowie eine Steigerung der Profitabilität zu ermöglichen.

Die konsolidierten Umsatzerlöse des Konzerns erreichten 3069,7 Mio. Euro und lagen damit um 21,4 % bzw. 541,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert (2020: 2.528,4 Mio. Euro). Dieser Anstieg resultierte im Wesentlichen akquisitionsbedingt aus der Division Board & Paper. Mit 269,6 Mio. Euro wurde ein betriebliches Ergebnis um 16,5 % bzw. 38,2 Mio. Euro über dem Vorjahr (2020: 231,4 Mio. Euro) erzielt. Rund 55 % dieses Zuwachses entfallen auf MM Board & Paper und rund 45 % auf MM Packaging. Das Ebitda stieg um 5,5 % bzw. 22,1 Mio. Euro auf 421,0 Mio. Euro (2020: 398,9 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Steuern lag mit 244,5 Mio. Euro um 10,1 % über dem Vorjahr (2020: 222,1 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss erhöhte sich damit um 17,5 % bzw. 28,5 Mio. Euro auf 190,7 Mio. Euro (2020: 162,2 Mio. Euro).

Ausblick 2022

Nachfrage und Auftragslage zeigen sich für die Produkte beider Divisionen seit Jahresbeginn weiterhin in guter Verfassung. Die angesichts massiver Kostensteigerungen, vor allem des aussergewöhnlichen Energiepreisanstieges, notwendigen Preiserhöhungen konnten für das 1. Quartal umgesetzt werden. Darüber hinaus ist eine weitere Kartonpreiserhöhung für das 2. Quartal geplant, um die seit Jahresbeginn fortdauernde Kosteninflation zu kompensieren. Auch in der Packagingdivision erhöht MM kontinuierlich die Preise. Aufgrund von Kapazitätsbeschränkungen kann das Absatzvolumen der Gruppe nur schrittweise steigen. Die zuletzt in mehreren Werken von MM Packaging in Angriff genommenen Erweiterungen sollten jedoch im Laufe des Jahres mehr Geschäft ermöglichen.

Angesichts der anhaltenden Kosteninflation und schwer einschätzbaren weiteren Entwicklungen bleibt der Fokus darauf gerichtet, die Belastung durch möglichst zeitnahe Erhöhung der Verkaufspreise und strukturelle Kostensenkungen zu kompensieren. Die MM Gruppe beobachtet genau die Entwicklungen in Russland und der Ukraine wie auch die internationalen Massnahmen und mögliche Auswirkungen auf den Konzern. MM erwirtschaftet kumuliert ca. 9 % des Konzern-Ebitda in Russland und der Ukraine. In Russland werden an zwei Standorten, St. Petersburg und Pskov, Packagingprodukte für den lokalen Bedarf bei täglichen Konsumgütern produziert. Mit einem Stillstand muss gerechnet werden. MM hat alle Kartonlieferungen nach Russland gestoppt. In der Ukraine, wo MM in der Landesmitte am Standort Cherkassy Verpackungen produziert, ist der Betrieb aktuell sehr eingeschränkt.

In der Schweiz ist MM mit dem Verkaufsbüro Mayr-Melnhof Karton Schweiz GmbH in Worb bei Bern vertreten.

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