Kreisläufe schliessen mit Alu-Barrieren-Tuben

Kreisläufe schliessen mit Alu-Barrieren-Tuben

Neopac mit Sitz in Oberdiessbach BE, Teil der Hoffmann Neopac AG mit Sitz in Thun, hat laut eigenen Angaben als erster Tubenhersteller eine Partnerschaft mit Saperatec unterzeichnet.

Der Hersteller von Barriere-Tuben für Pharma, Kosmetik und Zahnpasta liefert seine Produktionsabfälle an Saperatec für die erste industrielle Recyclinganlage für Aluminium-Laminatverbunde, die Mitte 2023 in Betrieb gehen wird.

In Europa werden jährlich rund 11,5 Mrd. Kunststoff-, Aluminium- und Laminattuben hergestellt. 38 Prozent davon sind Laminattuben, mehrheitlich gefertigt aus Aluminium-Barriere-Laminaten (ABL). Solche Tuben können in vorhandenen Recyclinganlagen zurzeit noch nicht industriell separiert und wiederverwertet werden. ABL Tuben- wie alle anderen ABL Verpackungsabfälle werden üblicherweise einem Downcycling oder der Verbrennung zugeführt; je nach Land gelangen Verpackungen am Lebensende in Mülldeponien.

Bereits hat Neopac Barrieretuben auf der Basis von Monomaterialien auf den Markt gebracht. Diese haben den Vorteil, dass sie im PE- oder PP-Materialstrom stofflich recycelt und für neue Anwendungen wieder zugänglich gemacht werden können. Dennoch wird es auch weiterhin Tubenprodukte mit einer Aluminiumbarriere geben. Solche erfüllen höchste Anforderungen an Barriere-Eigenschaften, insbesondere für pharmazeutische Salben und Crèmes, die ein behördliches Zulassungsverfahren durchlaufen müssen. Diese entsprechen rund 10 Prozent der gefertigten Laminattuben in Europa.

Parallel zu den Bestrebungen, das Design der Tuben hinsichtlich einer verbesserten Verwertung zu optimieren, gibt es Fortschritte im Recycling aller Rohstoffe aus aluminiumhaltigen Materialverbünden. Eine erfolgsversprechende Technologie liefert Saperatec, die bereits heute in einer Pilotanlage Mehrschichtverbund-Materialien wie PE/Al in die einzelnen Materialien zerlegen kann und damit eine hohe stoffliche Verwertung ermöglicht.

Auf der Basis eines speziellen Waschprozesses werden im Saperatec-Verfahren Kunststoff- und Aluminiumschichten voneinander getrennt, ohne sie aufzulösen. Eine Laborstudie bei Saperatec im Frühling 2021 mit verschiedenen ABL Tuben von Neopac hat gezeigt, dass beispielsweise die Polyfoil-Tuben mit diesem Verfahren so vollständig getrennt werden können.

Saperatec hat im Dezember 2021 mit dem Bau einer industriellen Separieranlage begonnen. Die Anlage in D-Dessau soll Mitte 2023 in Betrieb gehen und dann Verbundverpackungsabfälle aus Aluminium, Kunststoff und Papier verwerten. In einem ersten Schritt plant Neopac, künftig anfallende Produktionsabfälle bei Saperatec in grösseren Mengen dem speziellen Trennprozess zuzuführen. In einem zweiten Schritt werden Neopac und Saperatec die technischen Möglichkeiten prüfen, um recycelte, stofflich getrennte Produktionsabfälle wieder der Produktion von neuen Tuben zuzuführen.

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