Europäische Industrie für flexible Verpackung...

Europäische Industrie für flexible Verpackungen sieht Verfügbarkeit gefährdet durch hohe Rohstoff- und Energiepreise

Die Energie- und Rohstoffpreise lagen bereits auf sehr hohem Niveau, stiegen aber nach Kriegsbeginn in der Ukraine noch weiter an.

Diese Erhöhung in Verbindung mit Verfügbarkeitsproblemen hat schwerwiegende finanzielle Auswirkungen auf die Lieferkette der flexible Verpackungen. Betroffen sind alle Hauptsubstrate für flexible Verpackungen wie Kunststoffe, Papier und Aluminium, aber auch Klebstoffe, Lacke und Tinten. Die Industrie ist mit den hohen Energiepreisen bei der Herstellung flexibler Verpackungen in ihren Betrieben und in der Logistik konfrontiert.

Obwohl der Kostenanteil für die Logistik aufgrund des geringen Produkt-zu-Verpackungs- Verhältnisses flexibler Verpackungen und des sehr effizienten Transports (normalerweise auf Rollen) geringer ist als in anderen Verpackungsbereichen, ist die absolute Steigerung sehr signifikant. Berichte von Spediteurverbänden zeigen sogar das Risiko einer Verringerung der verfügbaren Logistikkapazitäten, da Unternehmen aufgrund hoher Dieselpreise ihr operatives Geschäft aufgeben müssen.

„Die Höhe der Kostensteigerungen durch diese Situation für Hersteller in der flexiblen Verpackungsindustrie kann noch nicht vollständig abgeschätzt werden, aber wir sind davon überzeugt, dass der Höhepunkt noch nicht erreicht ist“, kommentierte Guido Aufdemkamp, Executive Director von Flexible Packaging Europe, die Situation. „Hauptschwierigkeiten für unsere Mitglieder sind die hohe Unsicherheit seriöser Preisgestaltung gegenüber ihren Kunden, da viele Zulieferer der Branche ihre Tarife auch nach fester Lieferbestätigung ändern. Die Nichtannahme solcher Erhöhungen wird oft mit Nichtlieferung oder Nichtverfügbarkeit der nächsten Bestellung bestraft. Im Vergleich zur Zuliefer- und Abnehmerindustrie befindet sich unsere Branche in einer gewissen Sandwich-Position. Darüber hinaus sind Liquiditätsprobleme insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen von wachsender Bedeutung. Hinzu kommen unzureichende Kreditversicherungslinien aufgrund hoher Rohstoffpreise.“

Fast die Hälfte der Fast Moving Consumer Goods (FMCG) in Europa, Getränke ausgenommen, sind mit flexiblen Verpackungen verpackt. Beispiele hierfür sind alle Arten von verpackten Lebensmitteln wie Tiernahrung, Körperpflegeprodukte, Haushaltspflegeprodukte, medizinische und pharmazeutische Produkte, die alle auf flexible Verpackungen angewiesen sind.

Der Industrieverband Flexible Packaging Europe (FPE) vertritt die Interessen von mehr als 80 kleinen und mittleren Unternehmen sowie multinationalen Herstellern. Diese arbeiten mit über 57.000 Mitarbeitenden an mehr als 350 Standorten in ganz Europa. Auf die Mitgliedsunternehmen entfallen mehr als 85% des europäischen Umsatzes mit flexiblen Verpackungen aus verschiedenen Materialien, hauptsächlich Kunststoff, Aluminium und Papier. Mehr als die Hälfte aller auf den europäischen Einzelhandelsmärkten verkauften Lebensmittel sind in flexiblen Verpackungen verpackt.

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