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EU-Verbot von Einwegplastik: Viel Symbolik statt wirklicher Umweltnutzen

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.

V. mit Sitz in D-Bad Homburg bedauert, dass die EU ihre Richtlinie zu Einwegkunststoffen (Einwegplastik) im Eiltempo durchgepeitscht hat und damit wenig Zeit und Raum für sachlich fundierte Gespräche und Entscheidungen geblieben ist. EU-Kommission, EU-Parlament und die österreichische Ratspräsidentschaft haben sich auf eine Einwegplastik-Richtlinie geeinigt. Bestimmte Einwegprodukte wie Strohhalme aus Kunststoff sind in Europa künftig verboten.

„Selbstverständlich sehen auch wir mit Sorge auf die Bilder verendeter Seetiere und halten Aktivitäten für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen für dringend geboten“, erklärt IK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jürgen Bruder den Standpunkt des Verbandes. „Allerdings dürfen wir uns durch emotionale Reaktionen nicht in die falsche Richtung treiben lassen, sondern müssen einen kühlen Kopf bewahren. So halten wir die nun angestrebten Massnahmen für wenig zielführend. Hier wird Aktivität demonstriert, die das Problem Meeresmüll kein Stück wird lösen können.“

Während die im Fokus stehenden Verbote aus Sicht der IK weder ein Umdenken beim Konsum oder im Umgang mit Abfällen bewirken werden, steckt in den weniger beachteten Massnahmen zur Aufklärung und verstärkten Kreislaufführung weitaus mehr Potenzial. „Information, Aufklärung und vor allem der Wissenstransfer in die am meisten betroffenen Länder würden bessere Ergebnisse erzielen, treten aber hinter die scheinbar populären Verbote zurück“, so Dr. Bruder.

Die IK bringt sich über die Global Plastics Alliance in eben diesen Austausch ein u. a. mit Verbänden aus Indonesien, Malaysia oder Südafrika. „Wenn wir Infrastrukturen für einen nachhaltigen Umgang mit Plastik in Asien schaffen, gewinnen wir mehr als durch das europäische Verbot von Strohhalmen.“ 80 Prozent des Meeresmülls stammen aus Asien.

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