Deutlicher Aufschwung im Jahr 2021 und anhalt...

Deutlicher Aufschwung im Jahr 2021 und anhaltend gute Auftragslage im laufenden Jahr für die Schweizer Giesserei-Industrie

Die rasche Konjunkturbelebung in nahezu allen Anwendermärkten sorgte 2021 in der Schweizer Giesserei-Industrie für gute Produktionsauslastungen – mit einer zunehmenden Dynamik.

Gemäss der Ergebniszahlen des Schweizer Giesserei-Verbands (GVS) mit Sitz in Zürich, in dem 46 Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitenden zusammengeschlossen sind, stiegen die Produktionen beim Leichtmetallguss um 15,5 Prozent, beim Eisenguss um 6,2 Prozent und bei den Kupferliegerungen um 11,1 Prozent. Über alle Werkstoffe hinweg gesehen erhöhte sich das Produktionsvolumen gesamthaft um 9,2 Prozent auf 38.767 abgelieferte Tonnen gegenüber 2020.

In allen angestammten Anwendermärkten waren Gussteile «made in Switzerland» im vergangenen Jahr wieder hoch gefragt. Als Folge der raschen konjunkturellen Wiederbelebung akzentuierte sich allerdings der Fachkräftemangel auf dem praktisch ausgetrockneten Arbeitsmarkt. Durch die fehlenden personellen Ressourcen konnten einige Giessereien beispielsweise dem Wunsch nach kürzeren Lieferzeiten nicht entsprechen. Im Jahresverlauf gerieten die Aufträge aus dem Bereich Automotive aufgrund des Chipmangels bei den Fahrzeugherstellern ins Stocken.

Zunehmend stellten die explodierenden Rohstoff-, Transport- und Energiepreise sowie der Mangel an Rohstoffen die Schweizer Giesserei-Industrie vor grosse Herausforderungen. So wurde zum Beispiel die hochwertige Schrottsorte «Stanzabfälle» zum knappen Gut. China löste durch seine Magnesium-Produktionsstopps eine weltweite Verknappung dieses auch für die Giessereien so wichtigen Metalls aus.

Ausblick 2022

Aktuell sind die Auftragsbücher bei den meisten Mitgliedsfirmen gut bis sehr gut gefüllt. 2022 birgt jedoch viele Unsicherheiten. Die enorm gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise erschweren eine längerfristige Planung und verlangen ein hochflexibles unternehmerisches Handeln. Allein in den letzten Wochen vervielfachten sich die Preise für Gas und Kohle und erreichen aktuell immer wieder neue Höchststände. Aufgrund dessen sind die Strompreise in Europa und in der Schweiz in den letzten Wochen nochmals sehr stark gestiegen. Versorgungsengpässe mit russischem Gas und eine allfällige andauernde Kältewelle könnten die Energiepreise kurzfristig weiter in die Höhe treiben.

Der Branchenverband rechne für 2022 mit einem Konjunkturverlauf auf vergleichbarem Niveau wie im Vorjahr. Auch im laufenden Jahr seien aufgrund der weiterhin eingeschränkten Lieferketten von und nach Fernost sowie durch die massiv gestiegenen Frachtpreise vermehrt Auftragseingänge zu verzeichnen.

stats