Amcor Flexibles verursachte einen Umweltskand...

Amcor Flexibles verursachte einen Umweltskandal am Bodensee

Seit einigen Tagen wird im Kanton St.

Gallen ein Umweltskandal des Verpackungsunternehmens Amcor öffentlich diskutiert. Konkret hat die Amcor Flexibles Rorschach AG am Standort Goldach im Dezember 2020 und im Januar 2021 knapp drei Tonnen giftigen Löschschaum über eine Kläranlage in den Bodensee geleitet. Dabei handelte es sich um 2760 Kilogramm der längst verbotenen Chemikalie Perfluoroctansulfonsäure, kurz PFOS.

Der Fall wurde von der St. Galler Tageszeitung «Tagblatt» publik gemacht, die Einsichtnahme in einen entsprechenden Strafbefehl des Kantons hatte. St. Gallen hat das Unternehmen wegen Vergehens gegen den Schutz der Gewässer und den Umweltschutz schuldig gesprochen und die Maximalbusse von 5000 Franken sowie 28.260 Franken im Sinne einer Ersatzforderung für die eingesparte Entsorgung verhängt. Das Tagblatt bezeichnete die Busse als „lächerlich“ und hat am 5. März ausführlich über den Fall berichtet. Ebenso am 8. März, als der Gemeindepräsident von Goldach den Kanton über eine mangelhafte Informationspolitik gegenüber Gemeinde und Öffentlichkeit beschuldigte.

Offenbar, so wird vermutet, soll der australische Verpackungskonzern Amcor, der in der Ostschweiz immerhin 300 Mitarbeitende beschäftigt und einen Umsatz von 160 Millionen Franken erzielt, vom Kanton durch die geringe Busse und einen Verzicht auf öffentliche Information geschont werden. Aufgeworfen wurde die Frage, warum die Busse so gering ausfiel und warum bei Amcor eine längst verbotene Chemikalie zum Einsatz kommt. Zudem sei die Havarie an der Goldach nicht - wie vorgeschrieben - vom Unternehmen selbst gemeldet worden, sondern von einem Fischereiaufseher, der auf der Goldach einen seltsamen Schaum entdeckte. Das Unternehmen widersprach, aber die Sachlage scheint unklar. 

Die Berichte sind nachzulesen auf:

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