Allianz Trade Studie: Insolvenzen in der Schw...

Allianz Trade Studie: Insolvenzen in der Schweiz steigen 2022 stark – Verschuldung und Schäden auf Rekordniveau

Das weltweite Insolvenzgeschehen normalisiert sich langsam wieder.

Nach zwei Jahren mit stark sinkenden Fallzahlen, dürften die Pleiten sukzessive wieder das Niveau von vor der Corona-Krise erreichen. Der weltweit tätige Kreditversicherer Allianz Trade mit Sitz in Wallisellen erwartet in seiner aktuellen Studie weltweit einen Zuwachs der Insolvenzen von +10 Prozent im Jahr 2022 und weiteren +14 Prozent im Jahr 2023 – unter der Voraussetzung, dass keine neue Welle an staatlichen Unterstützungsmassnahmen folgt.

„Die Insolvenzentwicklung war in den vergangenen Jahren durch die staatlichen Unterstützungsmassnahmen von der wirtschaftlichen Entwicklung weitestgehend entkoppelt und Fallzahlen auf einem künstlich niedrigen Niveau“, sagt Maxime Lemerle, Experte für Insolvenzprognosen bei Allianz Trade. „Jetzt dürften sich Fallzahlen wieder langsam dem Vorkrisenniveau annähern. Allerdings bringen der Krieg in der Ukraine und neue Lockdowns in China den Joker des „koste es, was es wolle“ zurück: Die Rückkehr umfangreicher staatlicher Unterstützung für Unternehmen könnte die vollständige Normalisierung von Unternehmensinsolvenzen erneut verzögern.“

Nach einem beispiellosen Rückgang der Insolvenzen im Jahr 2020 (-19 %) verzeichnete die Schweiz bereits 2021 eine Aufwärtstrendwende (+5 %). Diese jährliche Erholung spiegelt jedoch hauptsächlich den Basiseffekt wider, der durch die aussergewöhnlich niedrige Zahl von Insolvenzen in Q2 und Q3 2020 (1002 bzw. 1152 Fälle) entstanden ist. De facto kehrten die Insolvenzen in den folgenden Quartalen schnell auf ein höheres Niveau zurück, das bis zum 3. Quartal 2021 mit rund 1250 Fällen quasi stabil blieb, d.h. unter dem jeweiligen Niveau von 2019. Dies widerspiegelt die vom Bund eingeführten Unterstützungsmassnahmen wie z. B. die Arbeitslosenprogramme, die es den Unternehmen ermöglichen, den durch die Corona-Krise verursachten wirtschaftlichen Schock zu verkraften und eine Liquidation zu vermeiden.

Die ersten verfügbaren Zahlen für 2022 bestätigen, dass die mit dem Auslaufen der Covid-19-Hilfen erwartete Normalisierung der Insolvenzzahlen seit Ende 2021 im Gange ist, mit einem spürbaren Anstieg im vierten Quartal (+11 % gg. Vj. auf 1474 Fälle), der sich im ersten Quartal 2022 verstärkte (+37 % gg. Vj.) und nur um 8 Insolvenzen (1646 Fälle) einen neuen Quartalsrekord verfehlte.

Den grössten Zuwachs bei den Insolvenzen erwartet der Kreditversicherer in Westeuropa in Österreich (+63 %), Irland (+40 %), Belgien (+39 %), Grossbritannien (+37 %), den Niederlanden (+24 %), Griechenland (+23 %), der Schweiz (+20 %), Schweden (+19 %) sowie in Dänemark (+15 %) und Frankreich (+15 %). Weltweit fällt vor allem die erwartete Entwicklung in Hongkong (+0 %), China (+1 %) sowie Indien (+49 %) auf.

stats