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Nachrichten | 13.11.2020

Toxischer Cocktail sorgt in der Schweizer MEM-Branche für Auftragsmangel

Die im Oktober vom Verband Swissmechanic mit Sitz in Weinfelden und BAK Economics befragten 243 KMU aus der Schweizer MEM-Branche berichten weiterhin von Ausfällen bei Mitarbeitenden (15% der Unternehmen) und Störungen in den oft komplexen Lieferketten (17%). «Noch stärker kommt jedoch der Auftragsmangel zum Tragen, unter dem 82 Prozent der Umfrageteilnehmer leiden», sagt Swissmechanic Direktor Jürg Marti. Schuld daran sei ein toxischer Cocktail aus tiefer Kapazitätsauslastung bei den Kunden der MEM-Industrie, hoher Unsicherheit über den weiteren Epidemie- und Wirtschaftsverlauf, gestiegenem Liquiditätsbedarf und einem erstarkten Franken.

Im dritten Quartal hat sich die Abwärtsdynamik bei den Auftragseingängen und Umsätzen leicht abgebremst. Auch die Exporte und der PMI deuten darauf hin, dass der Tiefpunkt der Rezession in der MEM-Branche im zweiten Jahresviertel erreicht wurde. Die Branche ist jedoch noch nicht über dem Berg. Trotz Kurzarbeit und Einstellungsstopps (je 70% der Unternehmen) kommt sie nicht um Entlassungen herum (29% der Unternehmen). Entsprechend verharrt der Geschäftsklima-Index für die KMU-MEM im Oktober auf tiefem Niveau.

Schweizer Wirtschaft vor weiterem Schaden bewahren

Angesichts der nach wie vor sehr schwierigen, ungemütlichen Lage, in welcher sich viele Unternehmen insbesondere auch aus der MEM-Branche befinden, muss die Schweizer Wirtschaft unbedingt vor weiterem Schaden bewahrt werden. Deshalb darf es keinen zweiten landesweiten Lockdown geben und deshalb müssen am 29. November sowohl die schädliche GSoA-Initiative als auch die wirtschaftsfeindliche Konzernverantwortungsinitiative unbedingt abgelehnt werden. Die Annahme der beiden Initiativen würde den Werkplatz Schweiz weiter schwächen, was zwingend verhindert werden muss.

Ausblick

Der Blick der Branche nach Vorne fällt gemischt aus. Die Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass sich der Auftragsmangel vorerst nicht entscheidend verbessert. Auf der optimistischen Seite zu verbuchen ist, dass für 2021 mehr Unternehmen ihre Kapazitäten ausbauen als abbauen wollen. Ein Problem hingegen ist, dass rund ein Drittel der Unternehmen angibt, die notwendigen finanziellen Mittel für Zukunftsinvestitionen würden fehlen. Dieses Problem kam bereits in der Befragung im Herbst 2019 zum Vorschein, hat sich aber mit der Corona-Krise nochmals verschärft. Verantwortlich dafür sind die Zunahme der Verschuldung, die Abnahme der Margen und der Anstieg des Liquiditätsbedarf durch die Corona-Krise.

Michael Grass von BAK-Economics gibt zu bedenken: «Je länger die Investitionen in zukünftige Technologien und Businessmodelle aufgeschoben werden, desto stärker wird auch die Wettbewerbsfähigkeit und das langfristige Wachstumspotenzial der MEM-Branche leiden.»

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