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Nachrichten | 22.01.2016

Nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung kann dick machen - Weichmacher aus Kunststoffverpackungen sollen zur Gewichtszunahme führen

Phthalate können dick machen, wenn die als Weichmacher genutzte Chemikalie aus einer Kunststoff-Verpackung ins Lebensmittel übergeht und dann verzehrt wird. Das sagt eine Studie, die am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in D-Leipzig in Kooperation mit dem Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrum (IFB) Adipositas Erkrankungen der Universität und des Universitätsklinikums Leipzig erstellt wurde. Laut der Studie kann die Aufnahme des Phthalats DEHP zu einer Gewichtszunahme führen. Die Studie gibt auch Auskunft über daran beteiligte Stoffwechselprozesse.

Ausgangspunkt der Studie war, dass in anderen epidemiologischen Studien bereits Zusammenhänge zwischen erhöhten Phthalat-Konzentrationen im menschlichen Körper und der Entwicklung von Übergewicht nachgewiesen wurden. Phthalate werden als Weichmacher in Kunststoffe eingesetzt und können unter bestimmten Bedingungen aus dem Material austreten und über die Nahrung aufgenommen werden. Bei Lebensmittelverpackungen treten Phthalate insbesondere in fetthaltige Produkte über. „Bislang ist kaum etwas darüber bekannt, wie genau Phthalate im Körper wirken, und wie sie Einfluss auf das Körpergewicht nehmen können – und genau da wollten wir mit unserer Studie ansetzen.“ sagt dazu Prof. Martin von Bergen, Leiter des Departments Molekulare Systembiologie am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Die Forscher untersuchten daher die Auswirkung der Phthalate in Versuchen mit Mäusen. In den Untersuchungen an der Universität Leipzig nahmen Mäuse, die dem Phthalat DEHP im Trinkwasser ausgesetzt waren, deutlich an Gewicht zu. Dies war vor allem bei den weiblichen Tieren der Fall. „Phthalate greifen ganz offensichtlich massiv in den Hormonhaushalt ein. Bereits in geringen Konzentrationen führen sie zu deutlichen Veränderungen, wie beispielsweise der Gewichtszunahme“, so von Bergen.

Der Schwerpunkt der Arbeiten am UFZ lag auf der Charakterisierung der Stoffwechselprodukte im Blut der Mäuse. Die Forscher stellten fest, dass der Anteil ungesättigter Fettsäuren im Blut unter Phthalat-Einwirkung zunahm und der Glukosestoffwechsel gestört war. Daneben war auch die Zusammensetzung von im Blut befindlichen Rezeptoren verändert, die für den Gesamtstoffwechsel wichtig sind und zu einer Umstellung des Stoffwechsels führen können. „Einige Stoffwechselprodukte, die vom Fettgewebe gebildet werden sind unter anderem auch als Botenstoffe aktiv und steuern Funktionen in anderen Organen“, erläutert von Bergen. „Noch ist aber nicht abschliessend geklärt, wie sich die unterschiedlichen Effekte von Phthalaten auf den Stoffwechsel untereinander beeinflussen und letztlich zu einer Gewichtszunahme führen.“

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