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Nachrichten | 01.10.2019

Neue Marktstudie Beutel, Säcke und Tüten

Produkte aus Kunststoff stehen derzeit in Europa sehr im Fokus der Öffentlichkeit. Besonders der Einsatz von Einwegtüten ist stark in die Kritik geraten. Die Europäische Union schreibt vor, bis 2025 den Verbrauch von Kunststofftragetaschen weiter einzuschränken. In der öffentlichen Debatte dazu werden jedoch oft Produkte, Zahlen und Fakten durcheinander gebracht oder wichtige Einflussfaktoren gänzlich ausgeblendet. Die neuste, bereits dritte Ceresana-Studie zu diesem Thema soll daher auch einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion leisten. Der Report untersucht den gesamten europäischen Markt für Beutel, Säcke und Tüten aus Polyethylen-Folie, aus Folien sonstiger Kunststoffe, aus gewebten Kunststoff-Streifen (woven bags) sowie aus Papier. Polyethylen ist dabei das mit Abstand am meisten verwendete Material. Die verschiedenen Ausgangsstoffe können jedoch in einzelnen Anwendungsgebieten sehr unterschiedliche Marktanteile erreichen. Insgesamt stellt die vorliegende Analyse eine Überblicksstudie dar, die versucht eine Vielzahl einzelner Produkte zu berücksichtigen.

Beutelverpackungen erfreuen sich im Einzelhandel immer grösserer Beliebtheit. Sie ersetzen beispielsweise Metalldosen, Glasgefässe oder auch starre Kunststoffverpackungen. Ein Vorteil der flexiblen Kunststoffbeutel ist, dass sie sich dem verpackten Gut besser anpassen und somit die Verpackungsgrösse optimiert werden kann. Darüber hinaus können diese Verpackungen Mikrowellen-gängig hergestellt werden. Sie werden auch immer besser bedruckbar. Im Vergleich zur Vorgängerstudie unterteilt die aktuelle, detailliertere Analyse von Ceresana das Anwendungsgebiet der Beutelverpackungen im Food-Sektor noch in einzelne Untersegmente.

Schwerlast- und Industriesäcke haben in den vergangenen Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. In einigen Segmenten wurden Säcke aus Papier durch Kunststoff-Säcke ersetzt. Bei Tierfutter oder Baumaterialien, wie z.B. Zement, spielen Papiersäcke zwar weiterhin eine wichtige Rolle; Säcke aus Polyethylen haben allerdings das Potential, aufgrund ihrer positiven Eigenschaften in Zukunft weiter Marktanteile zu gewinnen. Klassische Schwerlastsäcke aus Kunststofffolie konkurrieren ihrerseits jedoch insbesondere im Bereich der Schüttgüter mehr und mehr mit sogenannten „Flexible Intermediate Bulk Containers“ (also flexiblen Schüttgut-Behältnissen, FIBC). Diese FIBC bestehen aus einem stabilen Kunststoffgewebe - meist aus Polypropylen - und können ein Fassungsvermögen von bis zu 1500 Litern erreichen. Sie dienen oft als Transportverpackung für Baustoffe, Düngemittel, Getreide oder sonstige Streugüter. Die Dynamik des Marktes für Schwerlastsäcke hängt in hohem Maße von der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes ab, besonders der Bauindustrie und der Nachfrage nach Baumaterialien.

Kunststoffprodukte, vor allem dünne Einwegtragetaschen aus Polyethylen, werden in immer mehr Ländern mit Sondersteuern, Abgaben oder Verboten belegt. Ausgenommen sind dabei oft Biokunststoffe, die entweder aus nachwachsenden Rohstoffen (z.B. Maisstärke) hergestellt werden oder zumindest biologisch abbaubar sind. Die Bedeutung und öffentliche Wahrnehmung von Biokunststoffen ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dies zeigt sich auch daran, dass diese Produkte inzwischen von Gesetzgebern berücksichtigt werden. Die EU-Kommission hat sich zuletzt im Frühjahr 2019 positiv zum Potential von Biokunststoffen im Bereich von Verpackungen oder auch Tragetaschen geäußert. Selbst wenn sich dieser Markt sehr dynamisch entwickelt, sind Biokunststoffe allein jedoch nicht die ultimative und ökologisch einwandfreie Lösung, die lange propagiert wurde. Beispielsweise verläuft die Kompostierung von einigen Biokunststoff-Sorten in den gängigen Anlagen noch immer nicht reibungslos. Wenn biologisch abbaubare Kunststoffe in der freien Landschaft zerfallen, könnte die Verbreitung von Mikropartikeln sogar noch zunehmen.

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