Logo


Bitte drehen Sie Ihr Tablett um 90°

Logo
Nachrichten | 13.05.2020

MEM-Industrie: Massiver Einbruch ab April 2020

Im ersten Quartal 2020 gingen in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) die Auftragseingänge gegenüber der Vorjahresperiode um -2,0 Prozent, die Umsätze um -5,7 Prozent und die Exporte um -8,4 Prozent zurück. Diese Zahlen widerspiegeln jedoch nicht die aktuelle Lage in der MEM-Industrie, sondern jene vor dem Corona-Lockdown. Die negativen Auswirkungen der Pandemie werden die MEM-Branche erst im zweiten und dritten Quartal 2020 voll treffen. Stornierungen von Aufträgen, ein weltweit historisch tiefer Einkaufsmanagerindex (PMI) und deutlich verschlechterte Erwartungen der Unternehmerinnen und Unternehmer lassen einen massiven Einbruch befürchten.

Damit setzte sich zu Beginn dieses Jahres der negative Trend fort, der schon Mitte 2018 eingesetzt hatte. Dessen Ursachen lagen in der schwachen Konjunktur in den MEM-Märkten sowie der weiteren Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Entsprechend tief ist die Kapazitätsauslastung in den Betrieben. Sie erreichte gemäss KOF im ersten Quartal 83,6 Prozent, womit sie unter dem langjährigen Mittelwert von 86,4 Prozent lag. Im April fiel die Kapazitätsauslastung auf 80,9 Prozent – eine erste Konsequenz des Lockdowns.

Die Güterausfuhren der MEM-Industrie reduzierten sich im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um hohe -8,4 Prozent und erreichten einen Wert von 15,8 Milliarden Franken. Dieser Exportrückgang ist primär die Folge der stark sinkenden Auftragseingänge im Vorjahr. Es sind darin auch erste Konsequenzen der Pandemie als Folge des Lockdowns in den Absatzmärkten erkennbar. Besonders ausgeprägt sind die Exportrückgänge in die EU (-10,4%). Aber auch nach Asien (-7,0%) und in die USA (-6,0%) waren sie rückläufig. Die negative Exportentwicklung betraf sämtliche Warengruppen. Im Maschinenbau betrug der Exportrückgang -12,1 Prozent, bei den Metallen -8,8 Prozent, im Bereich Elektrotechnik / Elektronik -4,3 Prozent und bei den Präzisionsinstrumenten -4,5 Prozent.  

Die Ergebnisse der jüngsten Swissmem-Umfrage unter den Mitgliedfirmen weisen deutlich auf eine negative Entwicklung hin: Die Erwartungen der MEM-Firmen für die kommenden zwölf Monate haben sich massiv verschlechtert. 70 Prozent gehen von einem Rückgang der Auftragseingänge aus dem Ausland aus. Ende 2019 waren es nur 28 Prozent gewesen. Fast die Hälfte der MEM-Firmen (48%) erleiden durch die Pandemie Stornierungen von Aufträgen. Diese Umsätze werden in den kommenden Monaten wegfallen.Stornierungen und wegbrechende Aufträge hatten zur Folge, dass 80 Prozent der MEM-Unternehmen gezwungen waren, Kurzarbeit zu beantragen.

Der Verkauf von Industriegüter ist oft ein aufwändiger Prozess. Verkaufs- und Projektmeetings, Demonstrationen und Probeläufe sind unerlässlich. Dasselbe gilt für die Abnahme der Güter ab Werk, die Installation im Zielbetrieb sowie für Reparatur- und Servicearbeiten. Für diese Tätigkeiten müssen die entsprechenden Spezialisten und auch die Kunden reisen können. Die aktuellen Reisebeschränkungen gehören für 67 Prozent der MEM-Firmen zu den drei wichtigsten Problemen des Lockdowns. Sie erschweren es extrem, neue Aufträge zu gewinnen, laufende abzuschliessen und diese zu verrechnen.

ARTIKEL AUS DER GLEICHEN RUBRIK

Nachrichten | 11.12.2008

Wer wirbt am meisten?

Procter & Gamble bleibt 2007 mit Webeausgaben von 9,4 Mrd. US-Dollar der  Werbeweltmeister unter den Markenartiklern. Nestlé schafft es als werbefreudigste Schweizer Firma mit 2,2 Mrd. US-Dollar auf den...

Weiter lesen

Nachrichten | 11.12.2008

RFID deutlich überschätzt – Trotzdem stabiles Wachstum

Die Radio Frequency Identification (RFID) wird zwar kontinuierlich immer wichtiger. Die Wachstumsraten, die von Marktforschungsinstituten noch vor einigen Jahren vorhergesagt wurden, sind aber  nicht einge...

Weiter lesen

Nachrichten | 10.12.2008

Alufolienabsatz: Rückgang wegen Rezession – Verpackungsfolien vergleichsweise stabil

Die Konjunkturabkühlung erreicht die Aluminiumindustrie: Die europäischen Ablieferungen an Alufolien waren in den ersten drei Quartalen 2008 um 4,9 Prozent geringer als im gleichen Zeitraum 2007. Eafa, der Verba...

Weiter lesen