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Nachrichten | 15.05.2020

Euler Hermes warnt vor steigender Anzahl von Cyberangriffen

Cyberkriminelle, falsche Chefs und Hacker haben laut einer Studie von Euler Hermes Schweiz mit Sitz in Wallisellen aktuell die fast „perfekten" Arbeitsbedingungen. Fast überall arbeiten die Mitarbeitenden momentan aus dem Homeoffice, physisch getrennt von ihren Chefs und Teams. Das „Social Distancing" schafft perfekte Arbeitsbedingungen für „Social Engineers": Der Chefbetrug arbeitet mit sogenanntem „Social Engineering", bei dem mit Hilfe von Wertschätzung und enormem Druck Mitarbeitende dazu gebracht werden, angeblich hochgeheime Finanztransaktionen zu tätigen.

„In Zeiten von Homeoffice ist es praktisch ausgeschlossen, dem Chef zufällig auf dem Flur zu begegnen und ihn auf die Transaktion anzusprechen", sagt Rüdiger Kirsch, Betrugsexperte bei Euler Hermes. „Das bedeutet, dass die Gefahr und die Erfolgsaussichten für den Chefbetrug in der aktuellen Situation enorm gestiegen sind. Zudem nutzen viele aktuell auch verstärkt informelle Kommunikationswege wie Whatsapp. Wir verzeichnen bereits die ersten Betrugsversuche, bei denen die betrügerischen E-Mails von Sprachnachrichten flankiert werden – um so das Vertrauen in die Echtheit des Chefs zu verstärken. Die Stimme war dabei zwar teilweise etwas verzerrt, aber ansonsten nah am echten Chef."

Neben der physischen Distanz spielt den Betrügern auch die Verunsicherung, Angst und das damit verbundene Informationsbedürfnis vieler Mitarbeiter in die Karten. Sie gelangen über Malware aktuell wesentlich leichter an ihr Ziel: ins Unternehmensnetzwerk. Statt sich aufwändig einzuhacken, öffnet ihnen Corona aktuell die Türen. Eine Website verspricht beispielsweise, Infektionen mit dem Coronavirus in Echtzeit auf einer Landkarte anzuzeigen, auch in der Schweiz. Wer darauf klickt, öffnet jedoch nicht nur die Karte, sondern lädt gleichzeitig im Hintergrund ein Malware-Programm herunter. Zudem kursieren vermehrt Phishing-Mails, die vorgeben, dass sie Video-Anweisungen zum Schutz vor Viren und aktuelle Entwicklungen hinsichtlich der Corona Bedrohung beinhalten. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO wird in Form gefälschter Informationsangebote und Verlautbarungen für kriminelle Machenschaften im Zuge der Corona-Epidemie missbraucht.

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