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Nachrichten | 21.07.2020

Euler Hermes erwartet weltweite Insolvenzwelle spätestens ab Herbst

Während sich die USA aktuell im Epizentrum der Insolvenzwelle befinden, herrscht in anderen Ländern noch die Ruhe vor dem Sturm – so auch in der Schweiz. Allerdings dürfte spätestens ab dem Herbst überall auf der Welt die Konkurswelle einsetzen, die sich dann über das gesamte erste Halbjahr 2021 fortsetzt. Zu diesem Ergebnis kommt der weltweit tätige Kreditversicherer Euler Hermes mit Sitz in Wallisellen in einer aktuellen Studie. Die Euler Hermes Experten erwarten aktuell für die beiden Jahre 2020 und 2021 einen kumulierten Anstieg der weltweiten Insolvenzen um insgesamt 35 Prozent auf einen neuen Negativrekord (17% im Jahr 2020, 16% im Jahr 2021). Die Entwicklung ist allerdings sehr heterogen: In zwei von drei Ländern zeigt sich bereits jetzt ein massiver Anstieg der Konkurse, im anderen Drittel wiederum findet der stärkste Anstieg zeitversetzt erst 2021 statt.

Eine Entspannung zeichnet sich 2021 mit einem weiteren Zuwachs der weltweiten Insolvenzen also keinesfalls ab. „Vergleicht man die Prognosen von 2021 mit den Fallzahlen von 2019 ergibt dies in den beiden Jahren einen kumulierten Zuwachs der globalen Konkurse um mehr als ein Drittel (+35%) auf einen neuen Negativrekord", sagt Maxime Lemerle, Chef der Insolvenz- und Branchenanalysen bei der Euler Hermes Gruppe. „Wenn die jeweiligen staatlichen Unterstützungsmassnahmen zu früh beendet werden, dürfte der Anstieg sogar noch um 5-10 Prozentpunkte höher ausfallen."

Keine guten Nachrichten für die Exportnation Schweiz, bei der sich negative Entwicklungen in den Exportmärkten meist stärker auswirken als in anderen Staaten. Trotzdem kommt die Schweiz im Vergleich voraussichtlich besser durch die Krise als viele andere Länder. „Die Schweiz könnte mit einem blauen Auge davonkommen", sagt Ruf. „Gründe dafür sind neben der besseren Ausgangssituation und dem kürzeren, weniger strikten Lockdown vor allem die schnellen und sehr umfangreichen Sofortmassnahmen der Regierung." Insgesamt dürften die Konkurse hierzulande im Zuge der Covid-19-Pandemie in den zwei Jahren bis 2021 um insgesamt 15% auf etwa 5680 Fälle ansteigen. Der Löwenanteil dürfte mit +9% auf 2021 fallen. 2020 erwartet der führende Kreditversicherer einen Zuwachs der Fallzahlen um +6% auf rund 5200 Fälle. Damit gehört die Schweiz wie auch Grossbritannien, Frankreich, Belgien, Deutschland oder Indien zu dem Drittel der Länder, die die Negativeffekte zeitverzögert erreicht.

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