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Verband der Schweizerischen Ausbildungsveranstalter für Gefahrgutbeauftragte (VAG)

Bericht vom Schweizer Gefahrguttag 2022 im Verkehrshaus Luzern

In diesem Jahr feierte der VAG am 16. September 2022 den 20. Gefahrguttag im Verkehrshaus Luzern. Das 20-jährige Jubiläum des Gefahrguttages ist gleichzeitig auch das 50-jährige Jubiläum des Beitritts der Schweiz zum ADR-Übereinkommen. Wie in all den vergangenen Jahren, war der Saal wieder sehr gut gefüllt und das zeigt auf, dass der Gefahrguttag nach wie vor auf grosses Interesse in der Branche stösst. Ernst Winkler begrüsste die rund 220 Teilnehmenden aus der ganzen Schweiz und den Nachbarstaaten.

Das erste Referat behandelte die „Neuerungen ADR 2023: Was erwartet uns?“ Jürgen Werny vom Ingenieurbüro Werny zeigte die vielen Änderungen und Neuerungen auf. Besonders wurde auf den Unterabschnitt 1.6.1.46 hingewiesen und dass die Übergangsvorschrift per 31.12.2022 abläuft. Dabei geht es um gefährliche Güter im Innern von Maschinen und Gegenständen, welche früher nach 1.1.3.1 b) vom ADR befreit waren. Das wird all denjenigen noch etwas Kopfzerbrechen bereiten, die diesbezüglich noch nichts unternommen haben.

Im zweiten Referat „Herstellung, Prüfung und Zertifizierung von Tanks: Neue Vorschriften für Hersteller und Betreiber“ zeigte uns Claude Despont vom BAV die Entstehungsgeschichte zum neuen System für die Prüfung und Zulassung von Tanks auf und stellte die „London-Arbeitsgruppe“ vor. Eines deren Hauptziele ist die Harmonisierung der Verfahren für die Prüfung und Zulassung von Tanks für die Beförderung von Stoffen der Klassen 3 bis 9, mit den Vorschriften für die Zulassung von Tanks der Klasse 2 nach der TPED-Richtlinie.

Stefan Jenny vom Gefahrgut-Shop GmbH in Glattbrugg zeigte die „Erfahrungen eines GGB: Umsetzung in der Praxis“ auf. Kurz wurden die Pflichten der Unternehmung im Bereich der Ernennung eines Gefahrgutbeauftragten aufgezeigt. Weiterhin wies er darauf hin, dass grundsätzlich das Unternehmen selbst erkennen muss, ob es der Gefahrgutbeauftragtenverordnung GGBV unterstellt ist oder nicht. Anhand von eindrücklichen Bildern wurde gezeigt, wie man es nicht machen sollte, wie z.B. Getränkeflaschen die missbräuchlich als Gefahrgutinnenverpackung eingesetzt werden.

Philipp Sauter von der TÜV SÜD Schweiz AG in Basel stellte das komplexe Thema „Gefahrgutklassifizierung – alles ganz einfach?“ dar. Es wurden die gesetzlichen Grundlagen erläutert und anhand der Gefahrgutklassen 8, 4.1 und 4.2 die Prüfverfahren erläutert. Letztendlich entscheidet die Klassifizierung über die Wahl der Verpackung, über die Beförderungsart, die Einschränkungen, die Beförderungspapiere u.v.m.

Die Referate im PDF-Format sowie die Eindrücke des 16 Septembers 2022 in Bildern können auf der VAG-Homepage (www.vag-schweiz.ch) eingesehen bzw. heruntergeladen werden.

Der 21. Schweizer Gefahrguttag findet am 15. September 2023 im Verkehrshaus Luzern statt.

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