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Schweizerisches Verpackungsinstitut SVI

SVI fordert auf kantonale Alleingänge für eine Kreislaufwirtschaft von Verpackungen zu verzichten

Seit Jahresbeginn gilt im Kanton Jura ein Gesetz, das grössere Detailhändler verpflichtet, sogenanntes «überflüssiges» Verpackungsmaterial zurückzunehmen und getrennt zu sammeln. Und im Kanton Solothurn wird aktuell über die Lancierung einer Standesinitiative diskutiert, die ein Pfand auf Getränkeverpackungen fordert. Dies, obwohl das Parlament in Bern erst vor wenigen Monaten über das Pfand debattiert und dieses verworfen hat. Was viele nicht wissen: Bereits heute hat der Bund die Möglichkeit, ein Pfand zu erheben. Diese Pfandpflicht ist ausgesetzt, weil unsere Recyclingorganisationen die gesetzlichen Mindestquoten seit vielen Jahren deutlich übertreffen und die Schweiz im internationalen Vergleich über alle Materialien hinweg hervorragende Verwertungsquoten erreicht. 

Das Schweizerische Verpackungsinstitut fordert, Insellösungen wie im Kanton Jura oder unkoordiniertes vorpreschen wie im Kanton Solothurn, zu vermeiden und stattdessen zusammen gesamtschweizerische Lösungen anzustreben. Die Vorlage «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken», die aktuell in Bundesbern diskutiert wird, kann ein solcher Ansatz sein. 

Das SVI gibt zu Überlegen, ob in diesen anspruchsvollen Zeiten nicht die Energiemangellage angegangen werden muss, anstatt in einen pseudo-wissenschaftlichen Öko-Aktivismus zu verfallen. Wie der aktuelle Bericht der Deutschen Aluminiumindustrie titelt: Standort durch Energiekrise bedroht!  Dr. Hinrich Mählmann, Präsident von Aluminium Deutschland (AD) betonte: „Wenn wir nicht zeitnah eine Lösung in der Energiekrise finden, wird es bald keine Aluminiumhütten mehr in Deutschland geben. Sie sind akut bedroht. Diese industrielle Basis muss unbedingt erhalten werden. Aus leidvoller Erfahrung wissen wir, welche Folgen eine zu starke Abhängigkeit bei wichtigen Roh- und Grundstoffen mit sich bringt. Der Green Deal bleibt die wichtige Herausforderung und Aluminium ist ein Schlüssel für die Dekarbonisierung der gesamten industriellen Lieferkette. Eine schleichende Deindustrialisierung bedeutet eine Verlagerung in Regionen mit deutlich geringeren Sozial- und Umweltstandards – mit entsprechenden Folgen für das Klima. Deswegen sollten wir nicht an dem Ast sägen, auf dem wir sitzen.“


Diese Worte sind sinnbildlich nicht nur für die Aluminiumindustrie. Die ganze Verpackungswirtschaft ist mittelfristig davon betroffen. Daher fodert das SVI, bezüglich Verpackungen auf kantonale Alleingänge zu verzichten und fordert von Bund, zielgerichtet und nachhaltig der Deindustrialisierung entgegenzuwirken.

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