Raiffeisen KMU PMI: Ungewissheit drückt auf B...
Raiffeisen KMU PMI

Ungewissheit drückt auf Beschäftigungspläne

Die Stimmung bei den KMU aus der Industrie bleibt durchwachsen. Die Lieferketten normalisieren sich weiter. Dafür belasten aber die hohen Energiekosten und die stockende Auslandsnachfrage den Geschäftsgang. Die Mehrheit der befragten KMU fährt derweil ihre Beschäftigungspläne zurück.

Der Raiffeisen KMU PMI schloss im November bei 50,1 Punkten und damit mit einem minimalen Anstieg. In den zwei vorherigen Monaten notierte der Einkaufsmanagerindex bei 50.0 Punkten, also genau der Expansionsschwelle, die Wachstum von Kontraktion trennt. Im November stagnierte die Geschäftslage der KMU also faktisch den dritten Monaten in Folge. Bei der Einschätzung der einzelnen Aspekte der Geschäftsaktivität gibt es im Vergleich zum Vormonat aber einige Unterschiede, wie die Subkomponenten zeigen. So hat der Auftragsbestand nach drei Monaten wieder einmal zugenommen, auch wenn nur eine geringe Mehrheit der befragten KMU einen Anstieg vermeldete. Der entsprechende Subindex kletterte von 50,0 auf 50,6 Punkte. Die Produktionskomponente verzeichnete zwar ebenfalls einen Anstieg (von 46,8 auf 48,1 Punkte), blieb aber zum vierten Mal in Folge im Kontraktionsbereich. Des Weiteren sind die Lieferfristen nochmals länger geworden, während sich die Einkaufslager nicht mehr ganz so stark gefüllt haben wie im Vormonat.

Beschäftigung geht zurück

Die Beschäftigung in der Industrie ist im dritten Quartal zwar erneut angestiegen, wie das Bundesamt für Statistik meldet. Das langsamere Wirtschaftswachstum schlägt sich nun aber auch auf die Beschäftigungspläne der KMU durch, wie der Einkaufsmanagerindex von Raiffeisen zeigt. Die Beschäftigungskomponente des KMU PMI sank im November zum zweiten Mal in Folge und notiert aktuell nur noch bei 46,9 Punkten und damit so tief wie seit Januar nicht mehr, als die Omikron-Welle über die Schweiz rollte.

Die Stimmung bei den KMU ist damit weiterhin durchwachsen und von grossen Ungewissheiten geprägt. Die globalen Lieferketten entspannen sich zwar langsam, was sich z.B. bei den Frachtraten für Gütertransporte zeigt, die in den letzten Monaten stark gesunken sind.  Dafür belasten nun aber die hohen Energiekosten die Unternehmensstimmung. Die Grosshandelspreise für Strom sind zuletzt zwar gesunken, bleiben aber weiter auf erhöhten Niveaus.  Und für KMU in der Grundversorgung steigen die Strompreise ab Januar im Durchschnitt um mehr als ein Viertel.

Rezession in der Eurozone

In der Eurozone ist die Mehrbelastung durch die Energiekosten noch höher, speziell in Deutschland, wo der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung überdurchschnittlich hoch ist. Auch die Lebenshaltungskosten nehmen in der Eurozone stark zu, viel mehr als in der Schweiz. Als Folge wird für Deutschland und die Eurozone als Ganzes für das angelaufene Winterhalbjahr eine Rezession erwartet. Für die exportorientierten KMU in der Schweiz nimmt der Gegenwind damit noch mehr zu.

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