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Nachrichten | 05.02.2018

EU-Kunststoffstrategie: Deutsche Kunststoffrecycler fordern weitreichende Standardisierung bei Verpackungskunststoffen

Die neue EU-Kunststoffstrategie, welche die EU-Kommission am 16. Januar veröffentlich hat, setzt ehrgeizige Ziele für alle Beteiligten an der Wertschöpfungskette. Statt Gewichtsreduktion, Deponierung, Verbrennung oder Export von Plastikabfall nach Asien ist es jetzt Pflicht, Kunststoffverpackungen vordringlich und zeitnah in Europa zu recyceln.

Kunststoffrecyclingunternehmen, die in den deutschen Fachorganisationen bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V. sowie dem BDE-Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. organisiert sind, haben darauf nun reagiert: In einer gemeinsamen Mitteilung fordern sie eine konkrete Mitwirkung der Packmittelindustrie, des Handels und der Abfüller mit Blick auf mehr Standardisierung bei Verpackungskunststoffen.

Die Kunststoffrecycler und -sortierer seien in dieser Situation schon in der Vergangenheit in Vorlage gegangen, so bvse und BDE weiter. Nur ein qualitätsgetriebenes Recycling werde wirklich nachhaltig funktionieren. Dafür seien zusätzliche Anstrengungen nicht nur der Abfall- und Recyclingindustrie, sondern auch aller anderen Marktbeteiligten – der Abfüller, Verpackungsdesigner, Einzelhändler und der Markenartikelindustrie erforderlich.

bvse und BDE haben gemeinsam Forderungen formuliert:

-       Die Packmittelhersteller sollten sich auf folgende Polymertypen für alle Kunststoffverpackungen konzentrieren: Polyethylen (PE-LD und PE-HD), Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET). Schalen (tiefgezogene Verpackungen) aus PET müssen zukünftig transparent sein und dürfen nicht aus mehreren Schichten verschiedener Kunststoffe bestehen. Die Packmittelhersteller müssen ausserdem nicht kompatible, aber fest miteinander verklebte Komponenten, wie PVC, PET, Papier, PA, PVDC und EVOH sowie Aluminiumbedampfungen in Mehrschichtverpackungen, Etiketten und Sleeves durch intelligente recyclingfähige Alternativen ersetzen. Das verwertbare Hauptmaterial muss deutlich über 90 Prozent des Gesamtgewichts der Verpackung beitragen. Auf den rein kostengetriebenen Einsatz von Füllstoffen, die die Dichte des Packmaterials nach oben verändern, muss zukünftig verzichtet werden.

-       Die Abfüller müssen dafür sorgen, dass ihr Produkt seiner Verpackung bei gewöhnlicher Verwendung durch den Konsumenten vollständig entnommen werden kann (Restentleerbarkeit).

-       Die Verpackungsdesigner müssen intelligente Gestaltungslösungen zur Vermeidung von Littering, z. B. bei kleinteiligen und losen Verschlüssen von Kunststoffverpackungen finden. Kunststoffverpackungen müssen zudem als solche erkennbar sein und dürfen nicht als aus Papier „getarnt“ daherkommen.

-       Die Marketingexperten müssen auf schwarze Verpackungen, unnötige Einfärbungen und Bedruckungen verzichten.

www.bvse.de

 

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