Für die in Insolvenz befindliche Druckmaschinenhersteller Manroland AG gab Insolvenzverwalter Werner Schneider gestern eine Nachfolgelösung bekannt. Danach wird Manroland in drei neue Gesellschaften entlang den bestehenden Standorten Augsburg, Plauen und Offenbach aufgeteilt. In Offenbach werden Bogenoffsetmaschinen hergestellt, die auch im Verpackungsdruck zum Einsatz kommen. Die vorgestellte Lösung ist mit einem grossen Stellenabbau verbunden, soll laut Insolvenzverwalter aber den Fortbestand der Standorte langfristig sichern.
Die drei neuen Gesellschaften übernehmen die Aktiven der jeweiligen Standorte und haben jeweils unterschiedliche Gesellschafter. Der Standort Augsburg, an dem Rollendoffsetmaschinen herstellt werden, geht an die Industriegruppe L. Possehl & Co. mbH aus D-Lübeck. Hier bleiben 1500 Stellen erhalten.
Der zweite Rollenoffstestandort Plauen geht an das Standort-Management. Hier sollen 290 Stellen erhalten bleiben. Mit Augsburg wird ein Liefervertrag geschlossen, der 240 Stellen sichert. Für die Sicherung der weiteren Stellen muss der Standort selbst Aufträge akquirieren. Ein spätere Übernahme des Standorts Plauen durch Possehl ist laut Insolvenzverwalter Schneider nicht ausgeschlossen.
Der Bogenoffsetstand Offenbach wird herausgetrennt und soll unter Beteiligung des eiens Investors saniert werden. Den gibt es noch nicht. Vorerst halten der Insolvenzverwalters, wie auch das Standortmanagement Anteile, an der neuen Offenbacher Gesellschaft. Hier sollen 790 Stellen erhalten bleiben. Mit dem deutschen Bundesland Hessen, wo Offenbach liegt, werden Verhandlungen über eine Landesbürgschaft geführt. Diese soll ermöglichen, den Standort ohne den Zeitdruck des Insolvenzverfahrens zu sanieren und an einen Investor zu suchen.
Die drei neun Gesellschaften dürfen trotz jetzt unterschiedlicher Eigentümer den Namen Manroland weiterführen, müssen aber einen unterscheidenden Namensbestandteil beifügen.
