Freitag, 18. Mai 2012 - 08:44 Uhr

Umwelt

Dienstag, 6. Dezember 2011

IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen: Grüner Ökopopulismus gegen Kunststofftragtaschen

Die jetzt erhobene Forderung der Grünen Partei Deutschlands nach einem Verbot von Kunststofftragetaschen trägt eine ökopopulistische Handschrift. Dies meint der Industrieverband IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen in D-Bad Homburg. Auch in der Schweiz haben einige Nationalräte ein solches Verbot in der Vergangenheit mehrfach ins Spiel gebracht. Die Argumente, mit denen die IK  den Vorwurf Ökopopulismus begründet, sind daher auch im Schweizer Kontext von Interesse.

 

Als ein Argument für ein Verbot dieser Tragtaschen wird die Verschmutzung der Meere angeführt. Laut IK wurden in den letzten 20 Jahren grosse Erfolge bei der Entsorgung und Verwertung von Kunststoffverpackungen im Rahmen der Verpackungsverordnung erzielt. Mittlerweile betrage die Verwertungsquote bei Kunststoffverpackungen 97 Prozent. In Deutschland gäbe es daher weder ein Littering-Problem mit Kunststofftragetaschen noch würden diese zuhauf im Meer landen. Die Behauptung der Meeresverschmutzung sei daher falsch.

 

Die Behauptung unterstellte zudem den Bürgern eine Wegwerfmentalität. Das Gegenteil sei der Fall. Über 90 Prozent der Konsumenten würden  Verpackungen im Gelben Sack sammeln.

 

Unwahr sei auch die Aussage der Grünen, es gäbe bereits Tragtaschen aus nachwachsenden Rohstoffen, die sich in der Natur zersetzen. Ein Kunststoffmaterial, das sich innerhalb kurzer Zeit von selbst auflöst, existierte bisher nicht. Vielmehr würden diese sogenannten bioabbaubaren Tragtaschen in deutschen Kompostieranlagen aussortiert, weil ihre Zersetzung zu lange dauert. Auch für den Recyclingprozess seien sie nicht geeignet.

Im Übrigen würden die herkömmlichen Kunststofftragtaschen auch bei den Themen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung hervorragend abschneiden. Sie bestünden aus dem Kunststoff Polyethylen, der überwiegend aus Erdöl hergestellt wird. Statistisch betrachtet benutzte ein Bundesbürger im Jahr 65 Kunststofftragetaschen mit einem durchschnittlichen Gewicht von jeweils 15 g. Das seien insgesamt 975 g Polyethylen, hergestellt aus ungefähr der gleichen Menge Öl.

Dies mache deutlich, dass die Nutzung von Kunststofftragetaschen in Deutschland eine untergeordnete Umweltrelevanz hat. Dies betreffe auch den Vergleich mit anderen Verpackungsmaterialien. Die Forderung der Grünen, ab sofort eine sogenannte Umweltabgabe für Kunststofftragetaschen von 22 Cent zu erheben, um alternative Verpackungsmaterialien zu fördern, sei deshalb ebenfalls nicht gerechtfertigt.

Die IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen hat über 300 Mitgliedern und ist einer der der grösste Fachverbände auf dem Kunststoffsektor.


Link: www.kunststoffverpackungen.de


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