Bei einer Routinekontrolle wurde Radioaktivität in Schmelzofen-Rückständen des Verpackungsglashersteller Vetropack AG gemessen. Es handelt sich um 32 Tonnen Industriestaub aus dem Glaswerk des Unternehmes in St-Prex. Der Staub stammt aus einer Kammer, die zum Schmelzofen gehört und die regelmässig gereinigt wird. Die gemessene Radioaktivität des Industriestaubs beträgt 2780 Becquerel pro Kilogramm. Das liegt über dem Grenzwert für konventionelle Abfälle, ist aber sehr schwach. Es besteht keine Gefahr für Mensch und Umwelt, sagen Bundesamt für Gesundheit und weitere Behörden. Als Ursache der Radioaktivität wird eine Glasphiole im Altglas vermutet, die für die Aufbewahrung radioaktiver Radiumfarbe diente. Mit dieser Farbe stellte die Uhrenindustrie früher fluoreszierende Zifferblätter her. Die Vetropack und die Behörden suchen jetzt nach einer endgültigen Entsorgungslösung für den kontaminierten Staub. Um solche Fälle in Zukunft zu vermeiden, will die Vetropack jetzt Messtore in der Altglasanlieferung aufstellen. (Vetropack-Medieninformation zum Thema unter <weiter>)
MEDIENMITTEILUNG DER VETROPACK ZUM THEMA RADIAKTIVER
STAUB IN ST-PREX
"Zusammenarbeit mit den Behörden für die Entsorgung
leicht radioaktiver AbfälleVetropack AG prüft in
Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem
Departement für Sicherheit und Umwelt (DSE) des Kantons Waadt, die
ordnungsgemässe Entsorgung 32 Tonnen leicht radioaktivem
Industriestaub aus dem Glaswerk des Unternehmes in St-Prex. Es
besteht keine Gefahr für Mensch und Umwelt, wie das Bundesamt für
Gesundheit und weitere Behörden bestätigen. Vetropack AG arbeitet
eng mit den Behörden zusammen, um die endgültige Entsorgungslösung
für diesen Abfall festzulegen.
Der Industriestaub stammt aus einer zum Schmelzofen
gehörenden Kammer, die turnusmässig gereinigt wird. Die
ordnungsgemässe Entsorgung des Industriestaubs war in Deutschland
geplant. Während der Export-Vorbereitung wurde eine Messung auf
Radioaktivität vorgenommen. Da sich der Industriestaub als positiv
erwies, wurde die Fracht in den Kanton Waadt zurückgebracht. Bis
zur definitiven Lösung wird der Industriestaub in einer Deponie in
Oulens-sous-Echallens zwischengelagert.
Die spezifische Aktivität des Industriestaubs beträgt 2'780
Becquerel pro Kilogramm. Dieser Wert liegt über dem Grenzwert für
konventionelle Abfälle, ist aber äusserst schwach. Um sich davon
eine Vorstellung zu machen: Man müsste mehr als 1 kg dieses Abfalls
essen, um die für den (beruflich nicht exponierten) Menschen
maximal zulässige Jahresdosis aufzunehmen.
Die Ursache der Kontamination konnte noch nicht vollständig eruiert
werden. Es wird davon ausgegangen, dass sie von Phiolen aus der
Uhrenindustrie stammt, die mit Recycling-Glas in die Glashütte
gelangten. In diesen birnenförmigen Glasbehältern wurde die für
fluoreszierende Zifferblätter notwendige Radiumfarbe aufbewahrt.
Die Analysen sind noch in Gang. Unabhängig davon wird Vetropack AG
Messtore bei der Anlieferung des Altglases aufstellen, die auch auf
leichte Kontaminierung reagieren. Belastete Lieferungen werden den
Behörden gemeldet und nicht angenommen. Analoge Systeme sind bei
Kehrichtverbrennungen und im Altmetallhandel im Einsatz.
Vetropack AG arbeitet eng mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG)
und dem Departement für Sicherheit und Umwelt des Kanton Waadt
(DSE) zusammen. Ziel der gemeinsamen Arbeit ist es, die endgültige
Entsorgungslösung für diesen Abfall festzulegen.
Weitere Informationen:
Vetropack Holding AG: Elisabeth Boner, Kommunikation, Tel. 044 863
33 05, E-Mail:elisabeth.boner@vetropack.ch
BAG: Kommunikationsdienst, Tel: 031 322 95 05, email: info@bag.admin.ch
DSE: M. Jean-François Jaton, Abteilung für Wasser, Boden und
Sanierung, Tel. 021 316 75 01
CHUV: Dr. François Bochud, Direktor des Instituts für Radiophysik,
Tel. 021 314 81 42"

