Auf ihrer Website informiert die Schelling AG in Rupperswil über die aktuelle Problematik von Mineralölrückständen in Recyclingpapieren. An der Messe Easyfairs Verpackung in Bern vergangene Woche sagte Inhaber und CEO Beat Schelling zu Pack aktuell, dass die Schelling AG ausschliesslich migrationsarme Druckfarben bei allen Produkten einsetzt. Dies versteht das Unternehmen als Selbstverantwortung für seine nachwachsenden Rohstoffe. "Wir haben die Messe auch genutzt, um im Rahmen der momentanen Diskussion um Erdöl-Migration, unsere Botschaft der Selbstverantwortung zu kommunizieren. Wir warten nicht auf neue Gesetze, sondern gehen voran und handeln sofort. Die Firma Schelling AG setzt daher ausschliesslich migrationsarme Druckfarben bei all unseren Produkten ein", sagte Beat Schelling. Link: www.schelling.ch
Wortlaut des Statements auf der Website:
Recyclingpapiere sind der wesentliche Rohstoff für die
Wellkartonindustrie. Recyclingpapiere werden durch die
Wiederaufbereitung von Altpapier (gebrauchte Kartonnagen,
Zeitungen, Zeitschriften, Druckereiabfälle etc.) hergestellt. In
diesem Recyclingprozess können mineralölhaltige Substanzen, welche
im Wesentlichen aus den Druckfarben von Zeitungen und Zeitschriften
stammen, derzeit nicht eliminiert werden. Daher weisen
Recyclingpapiere überall auf der Welt nachweisbare Konzentrationen
von MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) sowie MOAH (Mineral
Oil Aromatic Hydrocarbons) auf. Diese Substanzen können potentiell
auf das Füllgut einer Verpackung migrieren.
Der entscheidende Einflussfaktor über das Risiko und das Ausmass
der Migration auf ein Lebensmittel ist die Dichtigkeit des
Primärpackmittels. Je besser die Barriereeigenschaften dieses
Primärpackmittels (z. B. Folie, Glas, Kunststoffbehälter etc.)
sind, desto geringer ist das Migrationspotential von
Mineralölsubstanzen auf das Lebensmittel. Die Auswahl des
Primärpackmittels durch den Lebensmittelhersteller oder Abfüller
ist also bei der Beurteilung des Migrationsrisikos von
entscheidender Bedeutung.
Eine signifikante Reduktion von Mineralölsubstanzen im
Recyclingkreislauf kann nur erreicht werden, wenn die Zeitungs- und
Zeitschriftenindustrie auf mineralölfreie Druckfarben umstellt.
Sollte dies z. B. per Gesetz erzwungen werden, ist - so zeigen
beispielsweise Erfahrungen aus den USA - innerhalb weniger Jahre
mit einer deutlichen Reduzierung der Konzentrationen von MOAH und
MOSH bei Verpackungspapieren zu erwarten. Eine vollständige
Eliminierung ist allerdings auf absehbare Zeit nicht praktikabel,
da ein Teil des recycelten Altpapiers aus weltweiter Produktion
stammt und dann in Europa in den Altpapierkreislauf gelangt.
Für die Migration und/oder den Gehalt von MOAH und MOSH bei
Sekundärverpackungen aus Wellkarton gibt es derzeit noch keine
Grenzwerte.
Eine Umstellung auf 100% Primärfaserpapiere bei
Wellkarton-verpackungen - wie sie aktuell von einigen
Lebensmittelherstellern angedacht wird - ist keine umsetzbare
Lösung, da der daraus resultierende Bedarf an Primärfaserpapieren
die weltweiten Produktionskapazitäten bei weitem übersteigen
würde.
Die Verwendung von Altkarton und Altpapier zur Erzeugung von
Recyclingpapieren ist aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht
absolut notwendig und vorteilhaft. Die hohe Recyclingquote trägt
entscheidend dazu bei, dass die Wellkartonindustrie für
ressourcenschonend hergestellte Produkte und damit für echte
Nachhaltigkeit steht.

