Freitag, 18. Mai 2012 - 07:38 Uhr

Karton/Wellkarton

Dienstag, 8. März 2011

Schelling AG setzt ausschliesslich migrationsarme Druckfarben bei allen Produkten ein

Auf ihrer Website informiert die Schelling AG in Rupperswil über die aktuelle Problematik von Mineralölrückständen in Recyclingpapieren. An der Messe Easyfairs Verpackung in Bern vergangene Woche sagte Inhaber und CEO Beat Schelling zu Pack aktuell, dass die Schelling AG ausschliesslich migrationsarme Druckfarben bei allen Produkten einsetzt. Dies versteht das Unternehmen als Selbstverantwortung für seine nachwachsenden Rohstoffe. "Wir haben die Messe auch genutzt, um im Rahmen der momentanen Diskussion um Erdöl-Migration, unsere Botschaft der Selbstverantwortung zu kommunizieren. Wir warten nicht auf neue Gesetze, sondern gehen voran und handeln sofort. Die Firma Schelling AG setzt daher ausschliesslich migrationsarme Druckfarben bei all unseren Produkten ein", sagte Beat Schelling. Link: www.schelling.ch


Wortlaut des Statements auf der Website:

 

Recyclingpapiere sind der wesentliche Rohstoff für die Wellkartonindustrie. Recyclingpapiere werden durch die Wiederaufbereitung von Altpapier (gebrauchte Kartonnagen, Zeitungen, Zeitschriften, Druckereiabfälle etc.) hergestellt. In diesem Recyclingprozess können mineralölhaltige Substanzen, welche im Wesentlichen aus den Druckfarben von Zeitungen und Zeitschriften stammen, derzeit nicht eliminiert werden. Daher weisen Recyclingpapiere überall auf der Welt nachweisbare Konzentrationen von MOSH (Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) sowie MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) auf. Diese Substanzen können potentiell auf das Füllgut einer Verpackung migrieren.

Der entscheidende Einflussfaktor über das Risiko und das Ausmass der Migration auf ein Lebensmittel ist die Dichtigkeit des Primärpackmittels. Je besser die Barriereeigenschaften dieses Primärpackmittels (z. B. Folie, Glas, Kunststoffbehälter etc.) sind, desto geringer ist das Migrationspotential von Mineralölsubstanzen auf das Lebensmittel. Die Auswahl des Primärpackmittels durch den Lebensmittelhersteller oder Abfüller ist also bei der Beurteilung des Migrationsrisikos von entscheidender Bedeutung.

Eine signifikante Reduktion von Mineralölsubstanzen im Recyclingkreislauf kann nur erreicht werden, wenn die Zeitungs- und Zeitschriftenindustrie auf mineralölfreie Druckfarben umstellt. Sollte dies z. B. per Gesetz erzwungen werden, ist - so zeigen beispielsweise Erfahrungen aus den USA - innerhalb weniger Jahre mit einer deutlichen Reduzierung der Konzentrationen von MOAH und MOSH bei Verpackungspapieren zu erwarten. Eine vollständige Eliminierung ist allerdings auf absehbare Zeit nicht praktikabel, da ein Teil des recycelten Altpapiers aus weltweiter Produktion stammt und dann in Europa in den Altpapierkreislauf gelangt.

Für die Migration und/oder den Gehalt von MOAH und MOSH bei Sekundärverpackungen aus Wellkarton gibt es derzeit noch keine Grenzwerte.

Eine Umstellung auf 100% Primärfaserpapiere bei Wellkarton-verpackungen - wie sie aktuell von einigen Lebensmittelherstellern angedacht wird - ist keine umsetzbare Lösung, da der daraus resultierende Bedarf an Primärfaserpapieren die weltweiten Produktionskapazitäten bei weitem übersteigen würde.

Die Verwendung von Altkarton und Altpapier zur Erzeugung von Recyclingpapieren ist aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht absolut notwendig und vorteilhaft. Die hohe Recyclingquote trägt entscheidend dazu bei, dass die Wellkartonindustrie für ressourcenschonend hergestellte Produkte und damit für echte Nachhaltigkeit steht.


Link: www.iwis.ch


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