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Aktuelle News
Deutsche Faltschachtelindustrie: Erholung nach schwierigem 2009 Drucken E-Mail
Freitag, 9. Juli 2010
Infolge der Wirtschaftskrise verzeichnete die deutsche Faltschachtelindustrie 2009 einen deutlichen Rückgang bei Absatz und Umsatz. Die produzierte Menge an Faltschachteln lag nach Angaben des Statistischen Bundesamts für die Gesamtbranche mit 830466 t um 6,7 % unter der Produktionsmenge von 2008. Der Produktionswert wird mit 1,757 Mrd. Euro beziffert, was einem Rückgang von 7,2 % gegenüber 2008 entspricht. Die im Fachverband Faltschachtel-Industrie (FFI) zusammengeschlossenen Faltschachtelunternehmen, die rund 74 % des Produktionswertes und 61 % der Produktionsmenge der Gesamtbranche repräsentieren, verzeichneten bei einem gleichen Mengenrückgang von -6,7 % einen geringeren Rückgang des Produktionswerts von - 6,3 %.  Dies teilte der FFI an seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt am Main mit.

Die Mitte 2009 vermutete Trendwende in der deutschen Faltschachtelindustrie hat sich laut FFI bestätigt: Nach einer Zehnjahres-Phase von Zuwächsen mit dem Höhepunkt zweistelliger Zuwächse bei Produktionsmenge und -wert im Jahr 2007 und einem sich daran anschliessenden "Null-Wachstum" 2008 musste die deutsche Faltschachtelindustrie in 2009 einen guten Teil der gewonnenen Zuwächse wieder hergeben.

In der mittelfristigen Betrachtung hat die deutsche Faltschachtelindustrie in den vergangenen vier Jahren (2006-2009) ihre Produktionsmenge um 8,8 % gesteigert; in den letzten drei Jahren (2007-2009) um 4,8 %. Die korrespondierenden Wertentwicklungen liegen bei 7,6 % (2006-2009) beziehungsweise 3,7 % (2007-2009).

Umsatzschwankungen durch Bestandsveränderungen in der Lieferkette

Auch wenn man berücksichtigt, dass die deutsche Faltschachtelindustrie in den vergangenen Jahren an den Exportzuwächsen ihrer Kunden partizipieren konnte, so erklärt dies laut FFI nicht hinreichend die Zuwächse der Industrie über einen mittelfristigen Zeitraum und die von Jahr zu Jahr auftretenden Schwankungen. Da Faltschachteln insbesondere zum Verpacken von Konsumgütern („Fast Moving Consumer Goods“) einsetzt werden, ist ein Abgleich mit der Entwicklung der Konsumausgaben der privaten Haushalte eventuell aufschlussreich. Diese zeigen sich allerdings über einen mittelfristigen Zeitraum recht stabil, wie das Statistische Bundesamt bestätigt. Die Schwankungen scheinen folglich ihre Ursachen in der Lieferkette selbst zu haben. So konnte nach Aussagen der Beteiligten festgestellt werden, dass es im Zuge der Wirtschaftskrise zunächst zu Auftragsrückgängen und einem Fertigwarenlagerabbau („Working Capital") kam, aktuell sind wieder verstärkt Ordertätigkeiten und Produktionszuwächse zu verzeichnen.

Auslastung der Maschinenkapazitäten

Nach Angaben des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung bestätigen auch die Daten über die Auslastung der Maschinenkapazitäten der Faltschachtelindustrie die Rückgänge bei der produzierten Menge. Nach einer durchschnittlichen Kapazitätsauslastung der technischen Verfügbarkeit von 89,7% im Jahr 2008 (2007: 93,3 %) ging diese Quote im aktuellen Jahr 2009 nochmals auf jahresdurchschnittliche 82,4% zurück (Jahrestiefststand im 1. Quartal 2009: 81,7 %). Ein markanter Anstieg ist erst wieder für das jüngste 1. Quartal 2010 vorhanden, wobei hier noch nicht sicher ist, dass es sich dabei um einen nachhaltigen Trend handelt.

Mitgliederkreis wächst weiter

Erfreut zeigte sich der FFI in Frankfurt in Bezug auf die Mitgliederentwicklung. So wurden bei den assoziierten FFI-Mitglieder zwei weitere Firmen aus der Lieferkette aufgenommen: die Baumer hhs GmbH, ein Hersteller von Leimauftrags- und -überwachungs-systemen, und die IMG Brausse Europe B.V., der europäischen Vertretung eines internationalen Herstellers automatischer Stanz- und Rillsysteme. Der FFI zählt damit nun 28 assoziierte Mitglieder.

Unternehmensstrategien in der  Faltschachtelindustrie

Es lassen sich nach wie vor in der  Faltschachtelindustrie gleichzeitig die verschiedensten Strategien für die weitere Unternehmens- und Geschäftsentwicklung beobachten: Internationalisierung, Regionalisierung, Segmentierung, Vorwärtsintegration. Hinzu kommen zukünftig vermutlich vermehrt Modelle der strategischen Kooperationen weiterhin selbstständiger Einheiten.

Link zur Verbandsebsite: www.ffi.de

 
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